Überarbeitet am 8. September 2026.

Schon 2017 sind mir in sozialen Netzwerken merkwürdige Kommentare aufgefallen: Fremde Personen erzählten dramatische Geschichten und wollten angeblich riesige Geldsummen verschenken. Damals liefen solche Nachrichten unter anderem über Facebook und Google Plus. Die Plattformen haben sich verändert – die Betrugsmasche leider kaum.

Heute wird sie meist als Vorschussbetrug, Advance Fee Fraud oder auch 419-Scam bezeichnet.

So funktioniert die Masche

Eine unbekannte Person meldet sich per E-Mail, Messenger, Kommentar oder Direktnachricht. Die Geschichte klingt häufig emotional oder außergewöhnlich:

  • jemand möchte dir angeblich ein großes Vermögen schenken,
  • du sollst eine unbekannte Erbschaft erhalten,
  • eine schwer kranke Person sucht einen vertrauenswürdigen Empfänger für ihr Geld,
  • du hast angeblich gewonnen, obwohl du an keinem Gewinnspiel teilgenommen hast,
  • oder du sollst bei einem besonders lukrativen Geschäft helfen.

Am Anfang geht es oft noch gar nicht um Geld. Erst wird Vertrauen aufgebaut. Später tauchen plötzlich angebliche Gebühren, Steuern, Anwaltskosten oder Kosten für Dokumente auf. Und genau hier steckt der Betrug: Wer zahlt, bekommt das versprochene Vermögen natürlich nicht.

Typische Warnzeichen

  • Du wirst völlig unerwartet von einer unbekannten Person kontaktiert.
  • Es werden unrealistisch hohe Geldbeträge versprochen.
  • Die Geschichte soll Mitleid, Gier oder Zeitdruck erzeugen.
  • Du sollst den Kontakt geheim halten.
  • Es werden Ausweiskopien, Bankdaten oder andere persönliche Informationen verlangt.
  • Vor der Auszahlung sollst du selbst Geld überweisen.

Früher waren solche Nachrichten oft schon an schlechtem Deutsch zu erkennen. Darauf würde ich mich heute nicht mehr verlassen. Phishing- und Betrugsnachrichten können inzwischen sehr professionell formuliert sein.

Nicht auf Links und Anhänge verlassen

Neben dem klassischen Vorschussbetrug können solche Nachrichten auch dazu dienen, Zugangsdaten oder persönliche Daten abzugreifen. Verdächtige Links und Dateianhänge sollte man deshalb nicht öffnen.

Wenn eine Nachricht angeblich von einer bekannten Firma, Bank oder Behörde stammt, rufe die echte Website selbst über den Browser auf oder kontaktiere die Organisation über eine dir bekannte Adresse. Nicht über den Link oder die Telefonnummer aus der verdächtigen Nachricht.

Was tun bei einer verdächtigen Nachricht?

  • Nicht antworten.
  • Kein Geld überweisen.
  • Keine persönlichen Daten oder Ausweiskopien senden.
  • Absender blockieren und Nachricht als Spam melden.
  • Bei Unsicherheit nach markanten Textstellen oder Namen suchen.

Schon Geld überwiesen?

Dann sollte man nicht aus Scham weiterzahlen oder versuchen, das Problem allein zu lösen. Nachrichten, Dokumente und Zahlungsbelege als Beweise sichern, die eigene Bank möglichst schnell kontaktieren und Strafanzeige bei der Polizei beziehungsweise über die zuständige Onlinewache erstatten.

Fazit

Die Technik ändert sich, die Geschichte dahinter bleibt erstaunlich konstant: Ein völlig Fremder möchte dir plötzlich viel Geld geben – aber vorher musst du zahlen oder sensible Daten herausgeben. Genau dann sollten sämtliche Alarmglocken angehen.

Quellen: Verbraucherzentrale: Vorschussbetrug und Verbraucherzentrale: Phishing erkennen.