Überarbeitet am 9. September 2026.

Bei einem Server gehören Festplatten und SSDs für mich zu den Dingen, die ich lieber kontrolliere, bevor sie sich mit einem Totalausfall melden. Dafür sind die Smartmontools unter Linux weiterhin eines der wichtigsten Werkzeuge.

Das Paket enthält vor allem smartctl für manuelle Prüfungen und smartd für die laufende Überwachung im Hintergrund. Aktuell ist Smartmontools 7.5.

Installation unter Debian und Ubuntu

sudo apt update
sudo apt install smartmontools

Version prüfen:

smartctl --version

Unter Debian Trixie ist Smartmontools 7.5 beispielsweise auch über die Backports verfügbar.

Welche Laufwerke sind vorhanden?

Für einen schnellen Überblick:

lsblk -o NAME,MODEL,SERIAL,SIZE,TYPE,FSTYPE,MOUNTPOINTS

Typische Gerätenamen sind:

  • /dev/sda für SATA/SAS-Laufwerke,
  • /dev/nvme0 beziehungsweise /dev/nvme0n1 für NVMe.

Smartmontools kann unterstützte Geräte auch selbst suchen:

sudo smartctl --scan

Kompletten SMART-Bericht anzeigen

Bei einer SATA-Festplatte oder SSD:

sudo smartctl -a /dev/sda

Für ausführlichere Informationen:

sudo smartctl -x /dev/sda

Bei NVMe funktioniert entsprechend:

sudo smartctl -a /dev/nvme0

Smartmontools 7.5 unterstützt auch aktuelle NVMe-SMART-/Health-Informationen und Selbsttests.

Nicht nur auf „PASSED“ schauen

Ein globales SMART-Ergebnis wie PASSED ist hilfreich, aber kein Freifahrtschein. Ein Laufwerk kann bereits auffällige Werte zeigen, bevor der Gesamtstatus endgültig auf Fehler springt.

Bei klassischen HDDs achte ich besonders auf:

  • Reallocated Sector Count – bereits ersetzte problematische Sektoren,
  • Current Pending Sector – aktuell verdächtige, noch nicht stabil lesbare Sektoren,
  • Offline Uncorrectable – nicht korrigierbare Sektoren,
  • Fehler- und Selbsttestprotokolle.

Ein einzelner herstellerspezifischer Rohwert sollte allerdings nicht ohne Kontext interpretiert werden. SMART-Attribute unterscheiden sich zwischen Herstellern und Laufwerkstypen.

Bei SSD und NVMe zählen andere Werte

Bei SSDs interessieren zusätzlich Verschleiß und verfügbare Reserve. Smartmontools 7.5 kann in der JSON-Ausgabe unter anderem Werte wie endurance_used und spare_available für unterstützte Geräte liefern.

Für Automatisierung ist JSON praktisch:

sudo smartctl -j -a /dev/nvme0

Damit können Monitoring-Skripte Werte verarbeiten, ohne die normale Textausgabe zerlegen zu müssen.

Kurzen Selbsttest starten

sudo smartctl -t short /dev/sda

Smartctl nennt anschließend normalerweise, wie lange der Test ungefähr dauert. Danach Ergebnis anzeigen:

sudo smartctl -l selftest /dev/sda

Langen Selbsttest durchführen

sudo smartctl -t long /dev/sda

Auch hier danach:

sudo smartctl -l selftest /dev/sda

Der lange Test kann je nach Größe des Laufwerks deutlich länger dauern. Er läuft normalerweise intern im Laufwerk; trotzdem starte ich so etwas auf einem Produktivserver lieber bewusst und nicht zufällig während einer ohnehin hohen Lastphase.

NVMe-Selbsttests

Aktuelle Smartmontools-Versionen unterstützen Selbsttests auch bei passenden NVMe-Geräten:

sudo smartctl -t short /dev/nvme0
sudo smartctl -l selftest /dev/nvme0

Nicht jedes Laufwerk unterstützt jede Funktion. Wenn Smartctl einen Test ablehnt, sollte man nicht mit irgendwelchen erzwungenen Optionen herumprobieren, sondern zuerst die Fähigkeiten des Geräts prüfen.

smartd für laufende Überwachung

Statt nur gelegentlich manuell hineinzusehen, kann smartd Laufwerke regelmäßig überwachen.

Status prüfen:

systemctl status smartmontools

Je nach Distribution heißt die Unit auch smartd. Die zentrale Konfiguration liegt normalerweise unter:

/etc/smartd.conf

Bevor ich Benachrichtigungen aktiviere, kontrolliere ich dort genau, welche Geräte automatisch erkannt werden und wohin Warnungen gehen.

SMART ersetzt kein Backup

Das ist mir wichtig: SMART ist Frühwarnung, keine Versicherung. Ein Laufwerk kann auch ohne lange Vorwarnung sterben.

Deshalb kombiniere ich Laufwerksüberwachung mit echten Backups. Dazu passen meine Artikel BorgBackup unter Debian/Ubuntu und Backup richtig planen.

Bei RAID jedes physische Laufwerk prüfen

Ein Software-RAID schützt vor dem Ausfall eines einzelnen Datenträgers, macht SMART aber nicht überflüssig. Im Gegenteil: Bei einem RAID möchte ich wissen, ob ein Mitglied bereits Fehler entwickelt, bevor noch ein zweites Laufwerk Probleme bekommt.

Darum prüfe ich RAID-Status und SMART-Werte getrennt.

Fazit

Smartmontools gehört für mich auf jeden Linux-Server mit lokalen Laufwerken. Ein gelegentliches smartctl -a, regelmäßige Selbsttests und eine funktionierende Backup-Strategie geben wesentlich mehr Sicherheit als erst dann auf die Platte zu schauen, wenn das System bereits I/O-Fehler meldet.

Quellen: Debian Manpages: smartctl 7.5 und Smartmontools 7.5 Release.