Überarbeitet am 8. September 2026.

Meine alte Anleitung für den Umzug von Google Keep war inzwischen deutlich überholt. Damals hatte ich dafür ein Python-Skript verwendet, in das sogar Google-Zugangsdaten eingetragen werden mussten. Das würde ich heute nicht mehr empfehlen.

Inzwischen geht es wesentlich sauberer: Google bietet mit Google Takeout einen offiziellen Export für Keep an. Die exportierten Notizen lassen sich anschließend zum Beispiel in Joplin übernehmen. Joplin kann wiederum direkt mit der eigenen Nextcloud synchronisieren.

Damit ergibt sich ein ziemlich angenehmer Weg:

  • Google Keep offiziell exportieren,
  • die Notizen in Joplin importieren,
  • Joplin mit der eigenen Nextcloud synchronisieren.

Wie die Joplin-Synchronisation funktioniert, habe ich separat in Joplin mit Nextcloud synchronisieren beschrieben.

1. Google Keep mit Google Takeout exportieren

Für den Export brauchst du kein zusätzliches Skript und musst keinem fremden Programm dein Google-Passwort geben. Google Takeout ist die offizielle Exportfunktion des Google-Kontos.

Öffne Google Takeout, hebe zunächst die Auswahl aller Dienste auf und wähle anschließend nur Google Keep aus. Danach kannst du ein einmaliges Archiv erstellen und herunterladen.

Der Keep-Export enthält laut Google unter anderem:

  • Texte und Listeneinträge,
  • Bilder, Zeichnungen und Sprachaufnahmen,
  • Labels,
  • Informationen darüber, ob eine Notiz angepinnt oder archiviert war,
  • weitere Metadaten der Notizen.

Wichtig: Ein Takeout-Export löscht die Daten nicht aus deinem Google-Konto. Er erstellt zunächst nur eine Kopie.

2. Das Takeout-Archiv entpacken

Nach dem Download entpackst du die ZIP- oder TGZ-Datei. Im Keep-Verzeichnis findest du die einzelnen Notizen und zugehörige Dateien. Je nach Inhalt besteht der Export unter anderem aus JSON-Dateien und Anhängen.

Diesen Ordner würde ich zunächst als unveränderte Sicherung behalten. Bevor ich Notizen aus einem alten Dienst entferne, möchte ich immer noch eine lokale Kopie des Originalexports haben.

3. Google-Keep-Notizen in Joplin importieren

Für Joplin gibt es inzwischen im offiziellen Plugin-Verzeichnis das Plugin Google Keep To Joplin. Es kann die von Google Takeout erzeugten Keep-Daten importieren.

Nach der Installation des Plugins wählst du in Joplin zunächst das gewünschte Notizbuch und startest anschließend den Google-Keep-Import. Dabei werden die JSON-Dateien aus dem entpackten Takeout-Verzeichnis ausgewählt.

Der Importer unterstützt neben normalen Notizen auch Checklisten, Anhänge und Labels. Verschiedene Keep-Metadaten können als Joplin-Tags übernommen werden.

4. Joplin anschließend mit Nextcloud verbinden

Nach dem Import liegen die Notizen zunächst in Joplin. Jetzt kann Nextcloud als Synchronisationsziel eingerichtet werden. Dadurch werden die Joplin-Daten über WebDAV auf dem eigenen Nextcloud-Server gespeichert und mit weiteren Joplin-Geräten abgeglichen.

Die komplette Einrichtung mit WebDAV-Adresse, eigenem Joplin-Ordner und App-Passwort bei aktivierter 2FA findest du hier: Joplin mit Nextcloud synchronisieren: aktuelle WebDAV-Anleitung.

Warum nicht einfach die Takeout-Dateien in Nextcloud Notes kopieren?

Google Keep und Nextcloud Notes verwenden nicht einfach dasselbe Dateiformat. Ein Takeout-Export enthält außerdem zusätzliche Informationen und Anhänge. Einfach sämtliche Dateien in einen Nextcloud-Notes-Ordner zu kopieren ergibt deshalb keine saubere Migration.

Joplin ist dafür in meinem Fall die bessere Zwischenstation, weil es Notizen, Checklisten und Anhänge verwalten kann und gleichzeitig Nextcloud als Synchronisationsziel unterstützt.

Erst prüfen, dann bei Google löschen

Wenn das Ziel tatsächlich darin besteht, Google Keep anschließend nicht mehr zu verwenden, würde ich die alten Notizen nicht sofort löschen. Erst ein paar Tage mit Joplin arbeiten, auf mehreren Geräten synchronisieren und stichprobenartig kontrollieren:

  • Sind alle wichtigen Notizen vorhanden?
  • Wurden Checklisten korrekt übernommen?
  • Sind Bilder und andere Anhänge da?
  • Passen Titel und Zeitstempel?
  • Funktioniert die Nextcloud-Synchronisation auf allen Geräten?

Erst wenn das alles passt und zusätzlich noch das originale Takeout-Archiv als Backup vorhanden ist, würde ich über das Löschen der Daten bei Google nachdenken.

Der neue Weg gefällt mir deutlich besser

Verglichen mit meiner alten Lösung ist der aktuelle Ablauf deutlich angenehmer: keine Google-Zugangsdaten in einem Python-Skript, kein inoffizielles Login über eine Bibliothek und ein vollständiger Originalexport als Rückfallebene.

Wer danach ohnehin mehr mit Nextcloud machen möchte, findet in Was bietet Nextcloud 2026? noch weitere Ideen. Für öffentlich erreichbare Installationen empfehle ich außerdem meine aktualisierte Anleitung Nextcloud richtig absichern.

Weiterführend: Google-Hilfe zum Keep-Export und Google Keep To Joplin im Joplin-Plugin-Verzeichnis.