Überarbeitet am 8. September 2026.
Joplin nutze ich bis heute gern für Notizen, weil die App nicht an einen bestimmten Cloud-Anbieter gebunden ist. Besonders praktisch: Die Synchronisation funktioniert weiterhin direkt mit Nextcloud. Damit bleiben Notizen, Anhänge und Aufgaben auf dem eigenen Server, während Joplin die eigentliche Notizverwaltung übernimmt.
Wer Nextcloud noch nicht kennt, findet in meinem Artikel Was bietet Nextcloud 2026? einen aktuellen Überblick. Und wenn deine Nextcloud öffentlich erreichbar ist, lohnt sich zusätzlich der Beitrag Nextcloud richtig absichern.
Was wird eigentlich synchronisiert?
Joplin ist eine lokale Notiz-App mit eigener Synchronisation. Die Notizen liegen also zunächst auf dem jeweiligen Gerät. Über Nextcloud werden anschließend Notizen, Notizbücher, Tags und Ressourcen wie Bilder oder Dateianhänge zwischen den Geräten abgeglichen.
Das ist ein wichtiger Unterschied zur normalen Nextcloud-Notes-App: Joplin verwaltet seine Daten selbst. Der Ordner auf der Nextcloud ist deshalb nicht dafür gedacht, die dortigen Dateien direkt von Hand zu bearbeiten.
1. Einen eigenen Joplin-Ordner in Nextcloud anlegen
Ich lege in Nextcloud zuerst einen eigenen Ordner an, zum Beispiel:
Joplin
Der Ordner sollte ausschließlich von Joplin für die Synchronisation verwendet werden. Die offizielle Joplin-Dokumentation empfiehlt ausdrücklich, diesen Sync-Ordner nicht zusätzlich mit dem Nextcloud-Desktop-Client zu synchronisieren. Sonst arbeiten zwei Synchronisationsmechanismen auf denselben Daten.
2. Die richtige WebDAV-Adresse herausfinden
In Nextcloud findest du die WebDAV-Adresse in der Dateien-App unter den Einstellungen. Je nach Installation kann sie zum Beispiel so aussehen:
https://cloud.example.de/remote.php/dav/files/DEIN-BENUTZERNAME/Joplin
Joplin unterstützt weiterhin auch die ältere Form:
https://cloud.example.de/remote.php/webdav/Joplin
Am einfachsten ist es, die von deiner eigenen Nextcloud angezeigte WebDAV-Adresse zu kopieren und den Ordner Joplin anzuhängen.
3. Nextcloud in Joplin als Synchronisationsziel auswählen
In Joplin öffnest du die Einstellungen und wählst als Synchronisationsziel Nextcloud. Danach werden WebDAV-Adresse, Benutzername und Passwort eingetragen.
Wenn alles stimmt, sollte die Verbindung getestet werden können. Anschließend startet die Synchronisation automatisch beziehungsweise lässt sich manuell anstoßen.
Wichtig bei aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung
Wenn du für dein Nextcloud-Konto 2FA aktiviert hast, solltest du für Joplin ein eigenes App-Passwort verwenden. Das normale Kontopasswort gehört dann nicht in Joplin.
App-Passwörter kannst du in Nextcloud in den persönlichen Sicherheitseinstellungen erzeugen. So lässt sich der Zugriff für Joplin später auch gezielt wieder entziehen, ohne dein normales Passwort ändern zu müssen.
Typische Fehler bei der Einrichtung
Wenn Joplin nicht synchronisiert, sind es erstaunlich oft dieselben Ursachen:
- die WebDAV-Adresse ist nicht vollständig,
- der Ordner
Joplinwurde vorher nicht angelegt, - Benutzername oder Passwort sind falsch,
- bei aktivierter 2FA wird statt eines App-Passworts das normale Passwort verwendet,
- ein Reverse Proxy oder eine Webserver-Regel blockiert WebDAV-Anfragen.
Joplin führt eigene Logs. Wenn die Synchronisation scheitert, lohnt sich deshalb zuerst ein Blick in das Protokoll der App. Dort steht meist deutlich mehr als nur „Synchronisation fehlgeschlagen“.
Nicht im Nextcloud-Ordner herumeditieren
Ein Punkt aus meiner alten Version des Artikels war missverständlich: Die Dateien im Joplin-Sync-Ordner sehen zwar teilweise nach Textdateien aus, bilden aber zusammen mit weiteren Metadaten den Synchronisationsbestand von Joplin. Dieser Ordner ist kein normales Markdown-Archiv zum manuellen Bearbeiten.
Wenn du einzelne Notizen außerhalb von Joplin brauchst, solltest du die Exportfunktionen von Joplin verwenden, statt im Synchronisationsordner Dateien zu verändern.
Joplin und Nextcloud passen weiterhin gut zusammen
Für mich ist die Kombination weiterhin interessant: Joplin kümmert sich um Notizen, Aufgaben, Anhänge und die lokale Arbeit auf den Geräten; Nextcloud stellt lediglich den selbst gehosteten Synchronisationsspeicher bereit.
Damit muss ich weder Dropbox noch OneDrive nur für meine Notizen verwenden. Gleichzeitig bleibt Joplin flexibel: Sollte ich das Synchronisationsziel irgendwann wechseln wollen, bin ich nicht dauerhaft an Nextcloud gebunden.
Weiterführend: Joplin-Dokumentation zur Nextcloud-Synchronisation und Übersicht der Joplin-Synchronisationsziele.
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