Eigentlich wollte ich auf dem iPhone nur schnell sehen, ob in der nächsten Stunde Regen kommt. Mehr nicht. Viele Wetter-Apps begrüßen mich aber erst einmal mit Werbung, Meldungen, Kacheln und Funktionen, die ich in dem Moment überhaupt nicht brauche. Also öffnete ich irgendwann lieber meine eigene Wetterkarte.
Das Projekt ist nicht ganz neu. Über den ersten Stand hatte ich schon im Beitrag „Selfmade Wetterradar“ geschrieben. Seitdem ist aus der einfachen Karte allerdings etwas geworden, das ich inzwischen tatsächlich wie eine normale App benutze.
Warum überhaupt eine eigene Wetterseite?
Natürlich könnte ich die DWD-Seite öffnen oder eine der vielen Wetter-Apps installieren. Technisch wäre das die einfachste Lösung. Mich störte aber, dass die Informationen, die ich wirklich sehen möchte, oft auf mehrere Ansichten verteilt sind.
Auf meiner Karte sollen Niederschlag, Wetterwarnungen und Vorhersage möglichst direkt zusammenkommen. Ein Blick, ein paar Sekunden, fertig. Wenn ich mehr wissen möchte, kann ich weitere Ebenen einschalten. Brauche ich sie nicht, bleibt die Karte übersichtlich.
Mehrere Wetterquellen auf einer Karte
Der Titel „DWD-Regenradar“ ist im Alltag schön kurz, technisch arbeitet darunter aber nicht nur eine Quelle. Das animierte Niederschlagsradar kommt über RainViewer. Für Satellitenbilder und amtliche Warnungen greife ich auf Daten des Deutschen Wetterdienstes beziehungsweise von DWD und EUMETSAT zurück. Winddaten stammen aus dem NOAA-GFS-Modell. Dazu kommt eine Vorhersage, damit ich nicht zwischen mehreren Seiten wechseln muss.
Die Karte selbst basiert auf Leaflet. Die einzelnen Informationen liegen als Ebenen darüber und lassen sich ein- oder ausschalten. Das war mir wichtig. Wenn alles gleichzeitig sichtbar ist, sieht eine Wetterkarte zwar beeindruckend aus, praktisch ist sie dann aber kaum noch.
Auf dem iPhone wird die Webseite zur Web-App
Der für mich entscheidende Schritt war gar keine neue Wetterfunktion. Ich habe die Oberfläche so angepasst, dass sie auf dem schmalen iPhone-Display vernünftig bedienbar ist. Große Schaltflächen, kein unnötiger Kasten über der Karte und die wichtigsten Angaben dort, wo ich sie mit dem Daumen erreiche.
Danach habe ich die Seite in Safari geöffnet, über das Teilen-Menü „Zum Home-Bildschirm“ gewählt und ein passendes Symbol vergeben. Seitdem startet die Karte fast wie eine installierte App. Kein App Store, kein Benutzerkonto und keine zusätzliche Anwendung, die im Hintergrund noch irgendetwas erledigen möchte.
Gerade das gefällt mir an Web-Apps. Für eine Wetterkarte brauche ich keinen riesigen nativen Unterbau. Eine schnelle Webseite, die auf dem Smartphone gut aussieht und sich vom Home-Bildschirm öffnen lässt, reicht vollkommen.
Nicht fertig, aber inzwischen meine Wetterseite Nummer eins
Ganz fertig wird so ein Hobbyprojekt wahrscheinlich nie. Eine brauchbare Blitzkarte würde ich beispielsweise noch gern ergänzen. Bei den dafür benötigten Daten beziehungsweise Schnittstellen ist es aber nicht ganz so einfach. Deshalb bleibt das erst einmal auf meiner Wunschliste.
Die Karte ist auch keine professionelle Wetterberatung. Sie ist meine persönliche Zusammenstellung der Daten, die mich interessieren. Genau dadurch nutze ich sie inzwischen lieber als viele fertige Apps: Ich sehe das, was ich brauche, und der Rest bleibt draußen.
Ausprobieren könnt ihr die Karte unter wetter.larsmueller.net. Der Quellcode liegt im Wetterradar-Repository auf GitHub.
Artikelbild: Foto von Hendrik Morkel auf Unsplash.


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