Eigentlich wollte ich bei FediKey nur Google Analytics aus dem Code entfernen. Das klang zunächst nach einer überschaubaren Änderung. Als der Pull Request durch GitHub Actions lief, meldeten sich allerdings noch ein paar vergessene Abhängigkeiten und nicht mehr passende API-Typen. Nach mehreren Korrekturen war es dann so weit: Der PR ist in main gelandet.

Das war für mich ein guter Anlass, mal wieder auf meine anderen GitHub-Projekte zu schauen. Da hat sich in den letzten Wochen ziemlich viel getan. Nicht jedes meiner Repositories wird ständig weiterentwickelt – manches ist ein älteres Experiment oder ein Fork. Aber ein paar Projekte nutze ich regelmäßig selbst und baue sie deshalb weiter aus.

FediKey: Misskey mit Funktionen aus Sharkey

FediKey ist derzeit eines meiner größeren Projekte. Die Grundlage bildet Misskey, ergänzt um ausgewählte Funktionen aus Sharkey und eigene Anpassungen. Dazu gehören die Bearbeitung bereits veröffentlichter Beiträge und die dazugehörige Versionshistorie. Auch die Anmeldung mit bestehenden Sharkey-Passwörtern war mir bei der Migration wichtig.

FediKey läuft auf meiner Instanz Fedihub.space. Zuletzt habe ich die Herkunft des Forks transparenter dokumentiert und die experimentelle Google-Analytics-Integration entfernt. Der Weg dorthin war etwas holpriger als gedacht, aber dafür sind bei der Gelegenheit auch einige Probleme mit Tests und Typdefinitionen aufgefallen. Der Fork ist weiterhin in Entwicklung; wer ihn selbst betreiben möchte, sollte die Hinweise im Repository lesen.

Meine Nextcloud-Apps: Musik, Downloads und Gefahrstoffe

Mit MusicCurator kümmere ich mich um meine Musiksammlung in Nextcloud. Die App durchsucht Musikordner, prüft Metadaten, hilft beim Ergänzen von Tags und bei der Organisation von Playlisten. Die Wiedergabe erledigt weiterhin Nextcloud Music. Im Oktober ist MusicCurator bei Version 1.5.0 angekommen. Mir geht es dabei vor allem darum, meine Dateien direkt in der Cloud verwalten zu können, ohne jedes Mal alles auf den Rechner zu kopieren.

MediaFetch verfolgt einen anderen Ansatz: Downloads direkt aus Nextcloud heraus. Dafür nutzt der Download-Manager unter anderem aria2 und yt-dlp. Neben normalen Dateien sind damit auch unterstützte Medien-Downloads und Playlisten möglich. Zuletzt ging es mit Version 2.0.1 unter anderem um Korrekturen an der Oberfläche und den Release-Metadaten. MediaFetch führt die Arbeit am früheren NCDownloader beziehungsweise Net Loader als Fork fort.

Ein weiteres Projekt ist gefStoffReg-NC, mein Gefahrstoffkataster für Nextcloud. Dort lassen sich Produkte, Gebinde, Mengen, Lagerorte und Sicherheitsdatenblätter dokumentieren. Mittlerweile gibt es einen EAN-Scanner, eine Texterkennung für Etikettenfotos und die Möglichkeit, Angaben von passenden Herstellerseiten vorzuschlagen. Ganz wichtig: Die App übernimmt solche Informationen nicht ungeprüft. Gerade bei Gefahrstoffen müssen Produktvariante und Sicherheitsdatenblatt wirklich zusammenpassen. Zuletzt habe ich die Erkennung von Herstellerinformationen und deutschen Sicherheitsdatenblättern weiter verbessert.

RegionalRSS und meine beiden Blog-CMS

RegionalRSS soll Webseiten wieder abonnierbar machen, die selbst keinen brauchbaren RSS-Feed anbieten. Statt jede Seite einzeln aufzurufen, können passende Meldungen als Feed gelesen werden. Neben der Feed-Erkennung sind Nutzerkonten, E-Mail-Bestätigung und inzwischen auch eine Passwort-Zurücksetzung hinzugekommen.

Und dann wären da noch gehirn-blogging-CMS und dasnetzundich-cms. Beide beschäftigen mich ebenfalls regelmäßig. Zu den jüngsten Ergänzungen gehören Artikelbewertungen, Statistiken, Anzeigen zuletzt bewerteter Beiträge und die Einbettung geeigneter Video- oder Social-Media-Links. Vieles davon klingt nach einer Kleinigkeit. Bis es sauber auf dem Smartphone funktioniert und vorhandene Inhalte nicht durcheinanderbringt, steckt aber meist doch etwas mehr Arbeit dahinter.

Open Source unterstützen – auch ohne Geld

Die Projekte liegen öffentlich auf meinem GitHub-Profil. Ich freue mich besonders, wenn jemand etwas ausprobiert und anschließend berichtet, was funktioniert oder wo es hakt. Ein nachvollziehbarer Fehlerbericht, eine Dokumentationskorrektur oder ein Pull Request helfen oft mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

Wer meine Arbeit zusätzlich finanziell unterstützen möchte, kann das ab sofort freiwillig über Buy Me a Coffee oder PayPal tun. Die Links ergänze ich auch in den READMEs der jeweiligen GitHub Repositorys. Das ist kein Abo und keine Voraussetzung, um die Projekte zu nutzen oder Verbesserungsvorschläge einzureichen.

Für mich bleibt das Spannendste ohnehin, wenn aus einer Lösung für meinen eigenen Server etwas wird, das auch anderen weiterhilft. Mal sehen, welche Baustelle als Nächstes auftaucht.