Meine Frau schickt mir regelmäßig Instagram-Links. Mal ist es ein praktischer Tipp, mal ein lustiges Video und manchmal etwas, das ich später noch einmal ansehen möchte. Das Problem dabei: Ich selbst habe keinen Instagram-Account und möchte mir nur wegen ein paar zugeschickter Reels auch keinen anlegen.
Eine Zeit lang habe ich dafür öffentliche Viewer verwendet. Darüber hatte ich bereits im Beitrag „Instagram Reels anonym anschauen – ganz ohne Account“ geschrieben. Solche Seiten funktionieren mal gut, mal weniger gut. Dazu kommen Werbung, Weiterleitungen und die Frage, wie lange der jeweilige Dienst überhaupt noch erreichbar ist.
Also kam der Gedanke auf, den ich bei solchen Dingen ziemlich oft habe: Warum baue ich mir dafür nicht einfach selbst eine kleine Lösung?
Aus dem Alltagsproblem wurde ReelPeek
ReelPeek ist ein kleiner selbst gehosteter Webdienst. Ich füge den Link zu einem öffentlich erreichbaren Instagram-Beitrag ein und der Dienst versucht, das enthaltene Video abzurufen. Wenn das funktioniert, kann ich es direkt ansehen oder für später speichern.
Im Hintergrund probiert ReelPeek verschiedene Werkzeuge aus. Unter anderem kommen gallery-dl und yt-dlp zum Einsatz. Die Oberfläche hält das bewusst einfach. Ich möchte dort keine Profile verwalten, keine Timeline nachbauen und auch kein zweites Instagram erschaffen. Link hinein, Video prüfen, fertig.
Wer schauen möchte. https://reel.bitsplash.de
Ohne Instagram-Account heißt leider nicht ohne Probleme
Instagram macht öffentliche Inhalte nicht automatisch leicht zugänglich. Ein Beitrag kann heute funktionieren und morgen auf eine Anmeldeseite umgeleitet werden. Teilweise meldet ein Werkzeug, dass in dem Beitrag kein Video vorhanden sei, obwohl es im Browser sichtbar ist. Dann hat Instagram etwas geändert oder der Abruf ohne Anmeldung wird gerade blockiert.
ReelPeek ist deshalb keine Wunderlösung. Es ist eher mein eigener Werkzeugkasten für genau diesen Anwendungsfall. Wenn ein Abruf scheitert, kann ich die Protokolle ansehen, die eingesetzten Programme aktualisieren oder einen zweiten Weg testen. Bei irgendeiner fremden Downloadseite könnte ich nur warten und hoffen.

Auch eine MP4-Datei funktioniert nicht überall automatisch
Beim Testen kam noch eine zweite Baustelle dazu. Nur weil die heruntergeladene Datei auf .mp4 endet, muss sie auf dem iPhone nicht problemlos laufen. Entscheidend sind unter anderem Video-Codec, Audio-Codec und Pixelformat.
Mit ffprobe lässt sich kontrollieren, was tatsächlich in der Datei steckt. Falls nötig, kann ReelPeek das Video mit FFmpeg in ein kompatibleres Format bringen. Ich behalte dabei lieber die Originaldatei und erzeuge zusätzlich eine angepasste Version. So ist nicht gleich alles verloren, wenn eine Konvertierung schiefgeht.
Warum ich die Lösung selbst hoste
Der größte Vorteil ist für mich nicht einmal das Herunterladen. Ich habe die Kontrolle über die Oberfläche, die gespeicherten Dateien und die Protokolle. Es gibt keine Werbebanner und keine fragwürdigen Schaltflächen, bei denen man erst nach dem dritten Klick merkt, welcher davon der eigentliche Download war.
Natürlich gelten trotzdem Grenzen. ReelPeek kann nur mit öffentlich erreichbaren Inhalten arbeiten. Private Profile sollen privat bleiben. Außerdem sollte man Videos nicht einfach neu veröffentlichen, nur weil man sie technisch speichern kann. Mein Ziel ist deutlich kleiner: zugeschickte Inhalte ansehen und gelegentlich für den persönlichen Gebrauch sichern.
ReelPeek ist damit wieder so ein Projekt, das nicht aus einer großen Geschäftsidee entstanden ist. Meine Frau schickt mir Links, Instagram möchte einen Account sehen und ich wollte eine unkomplizierte Lösung auf meinem eigenen Server. Manchmal reicht genau das als Grund, etwas selbst zu bauen.
Artikelbild: Foto von dole777 auf Unsplash.


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