Ich habe mir ein neues Hobby aufgemacht und hatte mir letzte Woche einen USB‑Stick bestellt, um Flugzeuge zu feeden, die hier fliegen. Die eigentliche Intention war allerdings, dass mir aufgefallen war, dass Hubschrauber und andere Flugobjekte unter 2000 ft (ca. 610 m) nicht mehr sichtbar waren. Mir ist es immer aufgefallen bei dem Rettungshubschrauber aus Fulda, dem Christoph 28. Aber auch bei privaten Hubschraubern oder den Helis der Polizei. Diese fliegen relativ tief und dementsprechend "unter dem Radar" von Flightradar24, Airnavradar etc. Dies liegt an dieser Tiefebene zwischen Rhön und dem Vogelsberg. Das war anscheinend durch bisherige ADS‑B‑Empfänger nicht abgedeckt und das wollte ich ändern.
Ob ich damit tatsächlich eine Lücke in der ADS-B-Abdeckung rund um Flieden schließen kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Besonders gespannt bin ich darauf, ob der Rettungshubschrauber Christoph 28 künftig auch in niedrigen Flughöhen zuverlässiger erfasst wird.
Die ersten Ergebnisse sind jedenfalls vielversprechend: Mein kleiner Odroid C2 empfängt bereits Flugzeuge in einer Entfernung von bis zu 166 nautischen Meilen, also rund 307 Kilometern.
Habe 80€ investiert und mittels Armdroid-Image meinen in die Jahre gekommenen Odroid C2 wiederbelebt. Dieser dient nun als Feeder für Flightradar und sendet kontinuierlich Daten. Positiver Nebeneffekt: Mein Konto wurde von „Free“ auf „Contributor“ umgestellt, was einem Goldkonto gleichkommt. Das kostet rund 30€ pro Jahr. Dies ist der Empfänger >> klick mich <<
Was ist ADS-B und welchen Nutzen hat die Gemeinschaft davon?
ADS-B steht für Automatic Dependent Surveillance–Broadcast und ist eine Technologie, mit der Flugzeuge ihre Positionsdaten automatisch per Funk aussenden. Dazu gehören unter anderem die aktuelle Position, Flughöhe, Geschwindigkeit und Flugrichtung.
Viele Flugzeuge senden diese Informationen über die Frequenz 1090 MHz. Mit einem geeigneten USB-Empfänger, einer Antenne und einem kleinen Computer lassen sich diese Signale empfangen und auswerten. Genau das macht mein Odroid C2 auf dem Dachboden.
Das Besondere daran: Man benötigt dafür keine teure Radaranlage. Im Grunde reicht bereits ein kleiner Einplatinencomputer mit einem SDR-Empfänger (Software Defined Radio).
Ein weltweites Netzwerk aus freiwilligen Empfängern
Dienste wie Flightradar24 oder AirNav Radar betreiben nicht überall eigene Empfangsstationen. Stattdessen greifen sie unter anderem auf ein weltweites Netzwerk aus freiwilligen Helfern zurück, die ihre empfangenen Flugdaten zur Verfügung stellen.
Jeder zusätzliche Empfänger kann dabei helfen, die Abdeckung zu verbessern. Besonders interessant wird das in Regionen, in denen Berge, Täler oder andere geografische Hindernisse den Funkempfang erschweren.
ADS-B-Signale werden weitgehend entlang einer direkten Sichtverbindung übertragen. Während Flugzeuge in großer Höhe häufig noch aus mehreren Hundert Kilometern Entfernung empfangen werden können, sieht das bei tieffliegenden Flugzeugen ganz anders aus.
Ein Hubschrauber, der hinter einem Höhenzug fliegt, kann für einen Empfänger bereits unsichtbar sein, obwohl er nur wenige Kilometer entfernt ist.

Was bringt mein Empfänger der Gemeinschaft?
Mit meinem eigenen ADS-B-Empfänger möchte ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Flugzeugortung in unserer Region zu verbessern.
Besonders im Raum Flieden, zwischen Rhön und Vogelsberg, könnte ein zusätzlicher Empfänger sinnvoll sein. Denn gerade tieffliegende Rettungs-, Polizei- und Privathubschrauber sind auf den bekannten Flugverfolgungsplattformen nicht immer durchgehend sichtbar.
Wenn mein Empfänger ein Flugzeug erfasst, dessen Signal von anderen Stationen nicht empfangen wird, können diese zusätzlichen Daten helfen, Lücken in der Darstellung zu schließen.
Davon profitieren nicht nur ich, sondern grundsätzlich alle Nutzer der Plattform. Sie können Flugbewegungen möglicherweise vollständiger und zuverlässiger verfolgen.
Wichtig ist dabei: Nicht jedes Luftfahrzeug sendet ADS-B-Positionsdaten, und nicht jedes empfangene Flugzeug wird automatisch öffentlich angezeigt. Auch Datenschutz-, Sicherheits- und Darstellungsregeln der Plattformen können eine Rolle spielen.
Die Community unterstützen
Das Schöne an diesem Hobby ist für mich der Gemeinschaftsgedanke. Ich stelle ein wenig Hardware, Strom und Internetbandbreite zur Verfügung und unterstütze damit ein Netzwerk, das von vielen freiwilligen Teilnehmern lebt.
Mein alter Odroid C2 bekommt dadurch sogar ein zweites Leben auf dem Dachboden.
Ob ich die bisherige Empfangslücke bei tieffliegenden Hubschraubern tatsächlich schließen kann, muss sich noch zeigen. Aber genau das macht dieses Projekt so spannend: Mit vergleichsweise einfachen Mitteln kann ich selbst ausprobieren, ob sich die Datenabdeckung rund um meinen Wohnort verbessern lässt.

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