Ich arbeite in einem kleinen Freibad und bin für das große Ganze zuständig, will heißen: Ich kümmere mich um den Betrieb des Freibades mit all seinen Elementen. Personal, Technik, Bestellungen und Kommunikation mit der Gemeinde. So muss ich auch jedes Jahr eine Bestandsaufnahme machen, wenn es um Chemikalien aller Art geht, was auch im kommenden Jahr das Bestellen neuer Ware erleichtert.
Eigentlich ist es ein Problem meines Arbeitgebers, mir Hilfsmittel bereitzustellen, damit ich meine Aufgaben erledigen kann. Nun ist dies eine kleine Gemeinde und ein sehr altes Freibad aus den 70ern. Hier wird alles auf Papierlisten dokumentiert, Digitalisierung ist hier ganz am Anfang. Indessen habe ich was gesucht, womit ich nach Eingabe eines Produkts eine Internetsuche starten kann und dort weitere Informationen wie Sicherheitsdatenblatt, EAN, GTIN, Produktmerkblatt etc. Herausfinden kann, falls nicht vorhanden.
Es gibt kommerzielle Software dafür, diese ist aber schweine teuer. Also habe ich mich des Vibe Codings bedient und für meine Nextcloud eine App „programmiert“, die mir da hilft und mit der ich meine Chemikalien pflegen kann. Was kann die Anwendung überhaupt?
Funktionen des Gefahrstoffkatasters für Nextcloud
Native Nextcloud-Integration: Die Anwendung ist direkt in Nextcloud eingebunden und verwendet vorhandene Benutzerkonten.
Zentrale Gefahrstoffverwaltung: Chemikalien, Reinigungsmittel und andere Produkte digital erfassen und verwalten.
EAN-/Barcode-Scanner: Produktbarcodes (EAN-8, EAN-13, UPC-A und Code 128) mit der Smartphonekamera scannen.
EAN-Abgleich: Gescannten Barcode automatisch mit bereits erfassten Produkten vergleichen.
Manuelle EAN-Eingabe: Barcodes alternativ von Hand eingeben.
Produkterkennung per Foto: Etiketten mit dem Smartphone fotografieren und mithilfe lokaler OCR-Texterkennung (Tesseract) auswerten.
Automatische Stammdatenerkennung: Produktname, Hersteller, Artikelnummer und Gebindegröße aus Etiketten übernehmen, soweit erkannt.
Bildoptimierung: Etikettfotos für die Texterkennung automatisch zuschneiden, vergrößern und kontrastreicher aufbereiten.
Herstellerrecherche: Produktinformationen von unterstützten Herstellerwebseiten wie Witty und Flamingo auslesen.
KI-gestützte Produktsuche: Über SearXNG und wahlweise OpenAI oder Mistral nach Produkten und passenden Varianten recherchieren.
Sicherheitsdatenblätter (SDB) finden: Links zu verfügbaren Sicherheitsdatenblättern über Herstellerseiten oder die Produktsuche ermitteln.
SDB automatisch herunterladen: Verlinkte PDF-Sicherheitsdatenblätter vom Hersteller abrufen und nach Bestätigung speichern.
SDB aktualisieren: Neuere Sicherheitsdatenblätter erneut vom hinterlegten Herstellerlink abrufen.
SDB per PDF hochladen: Sicherheitsdatenblätter manuell als PDF hinterlegen.
Automatische SDB-Auswertung: Sicherheitsdatenblätter lokal analysieren und relevante Angaben aus Abschnitt 2 erkennen.
Gefahrenstoffkennzeichnung: GHS-Codes, Signalwörter, Gefahrenklassen sowie H- und EUH-Sätze aus dem SDB zur Übernahme vorschlagen.
Kontrollierte Datenübernahme: Erkannte Informationen vor dem Speichern überprüfen und einzeln bestätigen.
SDB-Prüfvermerk: Die Prüfung eines Sicherheitsdatenblatts mit Dateiname, Prüfsumme und Zeitpunkt dokumentieren.
Produktmerkblätter: Zusätzlich zum Sicherheitsdatenblatt separate Hersteller- und Produktmerkblatt-Links hinterlegen.
Produktbilder: Mehrere Fotos eines Produkts aufnehmen oder aus der Galerie hochladen.
Lagerortverwaltung: Lagerorte anlegen und Produkten zuordnen.
Bestandsverwaltung: Gebindegrößen, Mengen und Bestände je Lagerort erfassen.
Bestandsbuchungen: Zugänge, Entnahmen und Bestandskorrekturen dokumentieren.
Buchungsprotokoll: Bestandsänderungen in der Datenbank protokollieren.
Produktübersicht: Erfasste Produkte und Bestandskennzahlen übersichtlich anzeigen.
Excel-Export: Gesamtbestand und Gefahrstoffverzeichnis als XLSX-Datei exportieren.
CSV-Export: Erfasste Daten alternativ im CSV-Format ausgeben.
Mobile Bedienung: Responsive Oberfläche für Smartphones, Tablets und Desktop-PCs.
Kamerafunktionen: Autofokus, manuelle Fokussierung und Blitzsteuerung, sofern das Gerät beziehungsweise der Browser diese unterstützt.
Benutzerberechtigungen: Gemeinsame Datenverwaltung für Nextcloud-Administratoren und Mitglieder einer festgelegten Benutzergruppe.
Datenschutz: Produktbilder, PDF-Dokumente und lokale OCR-Auswertungen verbleiben auf der eigenen Nextcloud-Instanz. Bei aktivierter KI-Recherche werden hingegen Suchbegriffe und Suchergebnisse an den gewählten KI-Anbieter übermittelt.
Open Source: Der Quellcode ist unter der Lizenz AGPL-3.0-or-later verfügbar.
Die App funktioniert aktuell nur auf meinem Server, denn die API von OpenAI oder Mistral nutzt im Hintergrund meine Suchseite Searx-NG lokal auf dem Server, um auf das Internet zugreifen zu können. Das ganze Projekt hat sich über 2 Wochen hingezogen, bis es benutzbar war. Immer wieder gab es neue Fehler, der Github-Agent meldete Probleme bei Tests, dann war das Design verzogen und inkompatibel mit der Nextcloud usw. Also mit „Ich möchte die App mit der Funktion haben“ und nach 10 Minuten ist das fertig, funktioniert auch mit Vibecoding nicht.
Mit solchen Vibecoding Projekten kann man sich das tägliche Arbeitsleben wesentlich angenehmer gestalten. Es ist aktuell eine Durchmischung von privater Cloud und Beruf, aber da ich meine Cloud ohnehin schon immer dazu genutzt habe, um anderen Kollegen meine Arbeitspläne zugänglich zu machen, war mir das egal. Es erleichtert die Arbeit aller.
Habt ihr auch schon Vibecoding-Projekte entstehen lassen, die euch geholfen haben, oder sagt ihr euch: „Ich lasse die Finger von KI generierter Software“?


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