Überarbeitet am 9. September 2026.
Als ich 2022 erstmals über diese Masche geschrieben habe, war sie noch relativ neu. Inzwischen kennt man sie unter Namen wie „Hallo Mama“, „Hallo Papa“ oder falsche neue Nummer – und sie funktioniert leider noch immer.
Das Muster ist fast immer ähnlich: Eine unbekannte Nummer meldet sich per WhatsApp oder SMS und behauptet, das eigene Kind oder ein naher Angehöriger zu sein. Das alte Smartphone sei kaputt oder verloren gegangen, deshalb habe man jetzt eine neue Nummer.
So läuft die Masche meistens ab
Nach ein paar Nachrichten kommt plötzlich ein finanzielles Problem:
- eine Rechnung müsse dringend bezahlt werden,
- Onlinebanking funktioniere auf dem neuen Handy noch nicht,
- eine Überweisung könne deshalb angeblich nicht selbst ausgeführt werden,
- Eltern oder Großeltern sollen kurzfristig einspringen.
Der Zeitdruck ist Absicht. Wer schnell helfen möchte, soll möglichst wenig darüber nachdenken, ob die Geschichte überhaupt plausibel ist.
Die wichtigste Regel: über einen bekannten Weg nachfragen
Wenn sich ein Familienmitglied mit einer neuen Nummer meldet, würde ich niemals allein dieser Nachricht vertrauen. Stattdessen über die bisher bekannte Telefonnummer anrufen oder einen anderen vertrauten Kontaktweg nutzen.
Eine einfache Frage wie „Ruf mich bitte kurz an“ reicht oft schon. Kriminelle versuchen dann häufig, das Gespräch mit Ausreden zu vermeiden.
Nicht auf Namen oder Profilbilder verlassen
Ein Name im Messenger beweist nichts. Auch Profilbilder lassen sich kopieren. Ebenso können Täter persönliche Informationen aus sozialen Netzwerken verwenden, damit die Geschichte glaubwürdiger wirkt.
Entscheidend ist deshalb nicht, ob die Nachricht irgendwie vertraut aussieht, sondern ob die Person über einen bereits bekannten Kontaktweg bestätigt werden kann.
Keine Überweisung unter Zeitdruck
Sobald eine unbekannte Nummer Geld fordert, ist für mich Schluss. Keine Sofortüberweisung, keine Bankdaten und keine TAN weitergeben.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, die angebliche Person zunächst unter der bekannten Nummer zu kontaktieren und keinesfalls vorschnell Geld zu überweisen.
Was tun, wenn bereits Geld überwiesen wurde?
Dann zählt Zeit:
- sofort die eigene Bank kontaktieren und versuchen, die Überweisung zu stoppen oder zurückzurufen,
- Chatverlauf, Telefonnummer, Kontodaten und Screenshots sichern,
- Anzeige bei der Polizei erstatten,
- die Nummer im Messenger blockieren und melden.
Je schneller die Bank informiert wird, desto eher besteht zumindest eine Chance, dass das Geld noch nicht weitergeleitet wurde.
Mein eigener Betrugsfall hat mich vorsichtiger gemacht
Ich bin selbst schon einmal bei einem Onlinekauf auf einen Betrüger hereingefallen. Seitdem bin ich bei ungewöhnlichen Zahlungsforderungen wesentlich vorsichtiger. Die Geschichte habe ich hier aufgearbeitet: Kleinanzeigen-Betrug: Wie ich 300 Euro verlor.
Familien können ein Codewort vereinbaren
Eine zusätzliche Idee für Familien ist ein gemeinsames Codewort für ungewöhnliche Situationen. Das ersetzt den Rückruf über eine bekannte Nummer nicht, kann aber einen zusätzlichen Hinweis liefern, wenn eine Nachricht wirklich von der richtigen Person stammt.
Fazit
Die Masche lebt davon, dass wir Angehörigen schnell helfen möchten. Genau deshalb sollte bei einer neuen Nummer plus Geldforderung automatisch die innere Warnlampe angehen: nicht zahlen, über einen bekannten Kontaktweg nachfragen und erst danach reagieren.
Quelle: Verbraucherzentrale: „Hallo Mama, Hallo Papa“ – Betrugsversuche über WhatsApp und SMS.
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