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Invidious – Was ist das und wie funktioniert das?

Bylars

2. Februar 2026 , ,

YouTube schauen, ohne direkt bei YouTube zu landen, klingt im ersten Moment nach Trickkiste, ist aber am Ende nur Technik. Genau da setzt Invidious an. Es ist kein eigener Videodienst, sondern eine andere „Vorderseite“ für YouTube. YouTube besteht grob aus zwei Teilen: Im Hintergrund laufen die Server von Google, auf denen die Videos, Kommentare und Nutzerkonten liegen, das nennt man Backend. Vorn sitzt die Webseite youtube.com mit Player, Empfehlungen, Werbung und dem ganzen Kram, das ist das Frontend. Invidious ersetzt nur dieses Frontend. Die Videos bleiben komplett bei YouTube, aber du rufst sie über eine andere Oberfläche auf, deren Quellcode öffentlich ist und die nichts mit Google zu tun hat. 

Wie funktioniert Invidious?

Wenn du also ein Video anschaust, passiert im Normalfall Folgendes: Dein Browser geht nicht direkt zu youtube.com, sondern zu einer Invidious-Instanz. „Instanz“ heißt einfach: jemand hat Invidious auf einem Server installiert und öffentlich zugänglich gemacht. Diese Instanz fragt dann bei YouTube an, holt sich die Daten zum Video, also Titel, Beschreibung, Vorschaubild, Kommentare und die Adresse des eigentlichen Videostreams, und baut daraus eine eigene Seite. Du siehst nur die Invidious-Seite, aber im Hintergrund liefert Google weiterhin das Videomaterial. Invidious nutzt dafür nicht die offizielle YouTube-API, sondern liest die ganz normale YouTube-Ausgabe aus und sucht sich die benötigten Infos heraus, so ähnlich wie Tools wie youtube-dl. 

Eine Invidious Instanz

Welche Vorteile gibt es bezüglich Datenschutz?

Datenschutzmäßig ist das ein ganz anderes Setup als der direkte Besuch bei YouTube. Wenn du auf youtube.com unterwegs bist, hängt an jedem Klick eine Menge JavaScript, Tracking und personalisierte Empfehlungen. Da werden Suchbegriffe, Verweildauer, Klickverhalten und ähnliches gesammelt und deinem Google-Profil zugeordnet. Invidious nimmt dir einen Teil davon ab, weil du nicht mehr auf der offiziellen YouTube-Seite surfst. Die Tracking-Skripte der Webseite greifen nicht, die Werbeeinblendungen werden rausgefiltert, und der ganze Algorithmus, der dir ständig neue Videos vor die Nase hält, tritt in den Hintergrund. Die Oberfläche ist reduzierter, fokussiert sich auf das Video und auf einfache Funktionen wie Suchen, Abonnieren, Playlists oder Kommentare, ohne dir ein komplettes Profil aufzubauen. 

Was sieht Google, was nicht?

Wichtig ist aber zu verstehen, was Google trotzdem noch sieht. Standardmäßig holt dein Browser den Videostream direkt von einem Google-Server, nachdem Invidious dir den passenden Link geliefert hat. Du lädst also HTML und Oberfläche von der Invidious-Instanz, aber die eigentliche Videodatei kommt von Domains wie googlevideo.com. In dem Moment sieht Google deine IP-Adresse, den Typ deines Browsers und welches Video du gerade anschaust. Sie sehen aber nicht, welche Instanz du benutzt, welche Einstellungen du dort gesetzt hast oder welche anderen Videos du dir über diese Instanz angeschaut hast. Das Tracking über die Webseite fällt stark reduziert aus, der reine Datenstrom des Videos bleibt aber erst einmal sichtbar. 

Viele Invidious-Instanzen bieten deshalb eine zusätzliche Schutzstufe an. In den Einstellungen befindet sich „Proxy Videos“, wenn du das aktivierst, holt nicht mehr dein Browser das Video direkt von Google, sondern die Invidious-Instanz lädt den Stream selbst und schickt ihn an dich weiter. Bei manchen Instanzen ist dies voreingestellt, bei manchen nicht. Da muss man individuell nachsehen.



Aus Sicht von Google fragt dann nur der Invidious-Server das Video ab, deine eigene IP bleibt versteckt. Das erhöht den Datenschutz für dich, kostet den Betreiber aber deutlich mehr Bandbreite und macht den Server anfälliger für Sperren, weil dann der komplette Traffic für viele Nutzer über wenige IP-Adressen läuft. Manche Instanzen schränken diese Proxy-Funktion daher ein oder bieten sie nur für niedrigere Auflösungen an, damit der Server nicht völlig in die Knie geht. Auf meiner Instanz ist dies aktuell nicht per default aktiviert, das muss jeder Nutzer für sich selber einstellen.

Die Einstellungen

Die meisten Einstellungen bleiben nur dauerhaft, wenn man sich bei der jenigen Instanz ein Konto anlegt. Ansonsten wird alles über Cookies gespeichert und nach dem Besuch wieder gelöscht.

Keine Anpassungen, keine Werbung seitens Google

Dazu kommt, dass Invidious standardmäßig keine YouTube-Werbung anzeigt. Die Werbeblöcke, die auf der Originalseite eingebettet sind, werden in der alternativen Oberfläche gar nicht erst dargestellt. Für dich sieht es dann einfach so aus, als gäbe es keine Werbung. Gleichzeitig fehlt dieser typische Sog, bei dem dir nach dem aktuellen Video direkt fünf neue Vorschläge reinflattern, die genau deine Schwächen treffen. Viele Nutzer schätzen genau das: Sie gehen auf Invidious, geben gezielt ein Video oder einen Kanal ein, schauen das und sind fertig, ohne sich noch eine Stunde durch Empfehlungen zu klicken. 

Es bleibt ein Katz und Maus Spiel

Technisch ist das Ganze aber ein dauerhaftes Katz-und-Maus-Spiel. Google ändert regelmäßig Kleinigkeiten an der Struktur der Webseiten, Parametern in den Videolinks oder am Verhalten der Server. Für normale Nutzer ist das unsichtbar, für Projekte wie Invidious sind das wichtige Stellschrauben. Wenn dort etwas geändert wird, müssen die Entwickler den Code anpassen, damit das Auslesen der Videodaten wieder funktioniert. Dazu kommt, dass Google auffällige IP-Adressen auch gezielt einschränken oder sperren kann, etwa wenn von einer einzelnen Adresse sehr viele Anfragen kommen oder diese Anfragen nach automatischem Scraping aussehen.

Um damit umgehen zu können, arbeiten viele Instanzbetreiber (wie auch ich) mit Tricks. Einige schalten die Verbindung zu YouTube über einen VPN-Dienst, sodass Google nur die IP des VPN sieht und nicht die eigentliche Serveradresse. Andere nutzen IPv6 und lassen die öffentliche IPv6-Adresse regelmäßig rotieren, damit Sperren ins Leere laufen. Wieder andere verteilen den Traffic auf mehrere Server oder IP-Blöcke. Für dich als Nutzer fühlt sich das dann einfach so an, dass manche Instanzen sehr stabil laufen und andere immer mal wieder Probleme mit einzelnen Videos oder ganzen Regionen haben. Das erklärt auch, warum viele sagen, eine Instanz sei „gerade stabil“, aber niemand garantieren kann, dass das in einem halben Jahr noch genauso ist. 

Fazit:

Ich hoffe mein Artikel konnte ein bisschen Klarheit schaffen wie so eine Instanz funktioniert und was gemacht werden muss damit eine Instanz weiter nutzbar bleibt. Meine Instanz war desöfteren schon down, weil Google wieder soviel geändert hatte, ein paar Tage später lief es dann wieder, weil es ein neues Update gab von Invidious.

Bylars

Ich bin 44 Jahre alt und blogge seit mehreren Jahren. Beruflich bin ich Fachangestellter für Bäderbetriebe. Lebe und liebe diesen Beruf in und rundum Fulda. Habe eine Partnerin und liebe genauso meinen Dackel.

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