Ich bin ehrlich gesagt selbst überrascht. Mein Homelab läuft jetzt seit gut einem Jahr, und von Anfang an hatte ich ein nerviges Problem: Schon bei vergleichsweise geringer Auslastung kletterte die CPU-Temperatur oft in Richtung 90 °C. Die Ursache liegt nicht nur am kompakten Gehäuse des Mini-PCs, sondern auch daran, dass in so kleinen Systemen nur wenig Platz für Kühlung und Luftzirkulation bleibt. Gleichzeitig sind die Power-Limits im BIOS oft recht großzügig gesetzt, damit der Rechner möglichst viel Leistung liefern kann. Für einen 24/7-Serverbetrieb ist das aber nicht immer sinnvoll, weil die zusätzliche Leistungsaufnahme vor allem mehr Hitze erzeugt, ohne im Alltag eines Home-Servers spürbar mehr Nutzen zu bringen.
Zeitweise war ich deshalb kurz davor, wieder alles auf einen dedizierten Server umzuziehen und das Homelab nur noch für Aufgaben zu nutzen, bei denen der Rechner nicht rund um die Uhr laufen muss. So ein externer Server kostet auf Dauer aber ordentlich Geld, das ich mir lieber sparen wollte. Also habe ich gezielt nach einer Lösung gesucht – und bin am Ende bei Reddit über einen interessanten Ansatz gestolpert.
Was habe ich gemacht?
Ich habe vier Werte im BIOS verändert. Das APU Only SPPT Limit ging von 54 Watt auf 45 Watt. Das Sustained PowerLimit habe ich ebenfalls von 54 Watt auf 45 Watt reduziert. Gleichzeitig habe ich Fast PPT und Slow PPT von 35 Watt auf 45 Watt angehoben.
Zur Erklärung: SPPT, PPT und ähnliche BIOS-Werte legen vereinfacht gesagt fest, wie viel elektrische Leistung sich die AMD-APU kurzzeitig oder dauerhaft nehmen darf: SPPT steht für ein oberes Leistungsbudget der APU, also eine Art Maximalgrenze, Sustained Power Limit regelt die länger anliegende Dauerlast, Fast PPT erlaubt kurze Leistungsspitzen für spontane Lastwechsel und Slow PPT steuert etwas längere Leistungsphasen, bevor sich das System wieder einpendelt. In meinem Fall habe ich die dauerhaften Limits von 54 auf 45 Watt gesenkt, damit der Beelink im 24/7-Betrieb kühler und effizienter läuft, während ich den Fast PPT und Slow PPT auf 45 Watt angehoben habe, damit der Mini-PC bei kurzen Lastspitzen trotzdem noch flott reagieren kann.

Der Erfolg war unglaublich! Vor der Änderung hatte ich bei einer Raumtemperatur von 22 Grad an der CPU um die 80 bis 90 Grad, nun sind es nach der Änderung herade mal 53 Grad mit genau dem gleichen Setup.
Warum die BIOS Änderungen im Servereinsatz sinnvoll sind
Im klassischen Desktop-Betrieb würde man so eine Änderung vielleicht stärker merken. Ein Server ist das was anderes. Dort zählt selten, ob die CPU für ein paar Minuten absolut am Anschlag noch ein paar Prozent mehr herausholt. Viel wichtiger ist, dass Dienste stabil laufen, Container schnell reagieren und die Kiste nicht ständig gegen ihre Temperaturgrenze arbeitet.
Genau deshalb bleibt die praktische Leistung im Servereinsatz oft fast unverändert. Docker-Container, Webdienste, Monitoring, kleinere Datenbanken oder Automatisierungen fordern zwar konstant, aber selten brutal. Wer gerade seinen Unterbau aufsetzt, findet dazu auch meinen Einstieg Docker und Docker-Compose installieren und starten, später passt dann oft Docker auf Linux automatisch verwalten und aktualisieren oder für den nächsten Dienst direkt Immich mit Docker Compose installieren.
Habt ihr auch so einen Mini-PC im Serverbetrieb? Habt ihr dort auch was am BIOS geschraubt, schreibt es in die Kommentare.
Fazit
Ich habe jetzt gerade mal einen zehnminütigen Stress Test gemacht, um die CPU komplett auszulasten. Selbst in diesem Zustand wird die CPU gerade mal 62° C warm.

Ich glaube nun kann ich endgültig und ein für alle mal den dedizierten Server abstellen, kündigen und keine Serverkosten tragen müssen. Inzwischen bin ich froh, den Mini PC nicht verkauft zu haben. 
Wie ist deine Meinung?
Schreib gern einen Kommentar unter dem Artikel oder diskutiere mit anderen im Matrix-Kanal:
#dasnetzundich:matrix.org