Hetzner verdreifacht die Preise, das Resultat des KI Hypes

Erst denkst du an Clickbait, dann schaust du auf die Zahlen und schluckst. Genau dieses Gefühl hatte ich auch. Gerade wenn man Hetzner wegen des fairen Preis-Leistungs-Verhältnisses nutzt, wirkt so eine Meldung wie ein kleiner Schock. Bissl verwundert war ich schon, zumal Hetzner bereits im April diesen Jahres eine Preisanpassung getätigt hatte.

Die Schlagzeile stimmt, aber sie braucht Kontext

Dass die Reaktion so heftig ausfällt, ist nachvollziehbar. Einzelne Cloud-Tarife steigen tatsächlich massiv. In der neuen Preisübersicht von Hetzner springt zum Beispiel der Tarif CCX23 in Deutschland und Finnland von 37,47 Euro auf 102,33 Euro netto pro Monat. Das ist weit mehr als nur ein kleines Nachjustieren. Auch andere CCX- und CPX-Modelle legen deutlich zu. Die zweite wichtige Einordnung: Diese neue Runde gilt seit dem 15. Juni 2026 für neue Bestellungen und Rescales bestehender Cloud-Instanzen, nicht pauschal für jede bereits laufende Instanz. Genau das macht die Sache etwas weniger dramatisch, aber nicht harmlos. Heise, die offizielle Preisübersicht von Hetzner und die FAQ zeichnen hier zusammen ein ziemlich klares Bild.

Das Bittere daran: Es ist schon die zweite Preisrunde in kurzer Zeit

Besonders ärgerlich ist nicht nur das Ausmaß, sondern der Zeitpunkt. Hetzner hatte bereits am 23. Februar 2026 angekündigt, die Preise zum 1. April 2026 anzuheben. Damals betraf das laut Unternehmen sowohl neue Bestellungen als auch bestehende Produkte. Als Begründung nannte Hetzner stark gestiegene Infrastruktur- und Hardwarekosten. stadt-bremerhaven.de hatte das damals früh aufgegriffen, die eigentliche Aussage kam direkt aus dem Hetzner-Presseraum. Für viele Kunden ist also weniger die einzelne Anpassung das Problem, sondern die Kombination aus April und Juni. Vertrauen leidet eben schneller als ein Preisblatt aktualisiert ist.

Wen es jetzt konkret trifft

Bei der Juni-Anpassung unterscheidet Hetzner viel stärker als noch im Frühjahr. Betroffen sind laut Pressetext sämtliche Dedicated-Server und Cloud-Tarife an allen Standorten. Nicht betroffen sind dagegen Webhosting, Managed Server, Produkte aus der Serverbörse, IPs, Storage-Produkte, Load Balancer, Volumes, Snapshots und Object Storage. Bestehende Server bleiben laut Hetzner zu den bisherigen Konditionen aktiv, solange du sie nicht neu bestellst oder per Rescale veränderst. Das ist für Admins eine wichtige Grenze, denn genau dort entscheidet sich, ob dein Budget heute explodiert oder erst beim nächsten Ausbau.

Warum Hetzner das so erklärt

Hetzner verweist auf eine angespannte Hardwarebeschaffung und auf stark schwankende Preise für RAM, SSDs und GPUs. In der FAQ steht sogar offen, dass deshalb vorab keine feste Preisliste veröffentlicht wurde. Dazu kommt eine Standardisierung des Dedicated-Server-Portfolios. Individuelle RAM- und Storage-Konfigurationen verschwinden zugunsten festerer Modelle. Klingt trocken, ist aber im Alltag relevant: Du bekommst damit zwar klarere Produktlinien, verlierst aber auch Flexibilität, die gerade bei Self-Hosting-Projekten oft Gold wert ist.

Was ich an deiner Stelle jetzt tun würde

Wenn du bei Hetzner nur kleine Bestandsinstanzen laufen hast und aktuell nichts rescalen musst, ist die Lage noch kontrollierbar. Anders sieht es aus, wenn du in den nächsten Wochen neue Cloud-Server planst oder eine bestehende Instanz vergrößern willst. Dann lohnt es sich, jede geplante Änderung einmal nüchtern durchzurechnen. Gerade bei Nextcloud, Paperless oder kleinen Docker-Stacks summieren sich ein paar Euro pro Dienst schneller, als man denkt. Über ähnliche Self-Hosting-Baustellen habe ich hier ja schon öfter geschrieben, etwa in meinem Guide zu Docker und Docker-Compose installieren und starten, beim Artikel über Docker auf Linux automatisch verwalten und aktualisieren oder bei meiner Anleitung zur Installation von Nextcloud im Docker-Container mit Gluetun. Auch mein Stück zu Paperless-ngx richtig einrichten passt hier gut, weil genau solche Dienste oft auf möglichst kalkulierbaren Serverkosten aufbauen.

Der Blick zu anderen Betreibern

Im Rahmen der Preisanpassungen habe ich mich auch bei anderen Anbietern umgesehen, dabei musste ich feststellen das ähnliche Dedicated Server bei anderen Anbietern wie OVH, Contabo, , leaseweb usw. wesentlich teuerer sind und Hetzner immer noch gut abschneidet. Einen Anbieter hatte ich gefunden der echt günstig war, Scaleway, aber hier soll wohl der Support nicht gut sein.

Mein Fazit zur Hetzner-Preiserhöhung

Nein, Hetzner hat nicht plötzlich alles für alle Kunden über Nacht verdreifacht. Aber ja, einzelne Tarife steigen so heftig, dass die Empörung absolut verständlich ist. Eine heftige Diskussion rund um diese Erhöhung gibt es gerade im Kundenforum von Hetzner. Für neue Cloud-Projekte ist das ein echter Einschnitt. Wer Hetzner bisher reflexartig als günstige Standardempfehlung genannt hat, sollte ab heute wieder genauer hinsehen. Genau das ist am Ende vielleicht die größte Veränderung: Nicht der eine neue Preis, sondern dass man wieder anfangen muss zu rechnen.

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