Von APT zu Pacman: Mein Einstieg in Garuda Linux

Ich nutze Linux schon eine ganze Weile, war dabei aber fast ausschließlich in der Debian- und Ubuntu-Welt unterwegs. Pakete aktualisieren, Programme suchen oder Software installieren – dafür gingen mir apt und apt-get längst automatisch von der Hand.

Nun bin ich gerade dabei Garuda Linux ausprobieren. Optisch hat mich das System sofort abgeholt. Unter der schicken Oberfläche steckt allerdings Arch Linux, und damit muss ich mich bei der Paketverwaltung erst einmal umgewöhnen. Statt apt wartet hier pacman.

Dieser Artikel ist deshalb keine Anleitung eines Arch-Profis, sondern die eines Einsteigers. Bin zwar seit mehreren Jahren mit Linux unterwegs, egal ob am Laptop oder auf dem Server. Trotzdem sind es meine ersten Schritte mit Arch und eine kleine Übersetzungshilfe für alle, die ebenfalls von Debian oder Ubuntu kommen.

Das System vollständig aktualisieren

Unter Debian würde ich normalerweise diese beiden Befehle verwenden:

sudo apt update
sudo apt upgrade

Bei Garuda beziehungsweise Arch übernimmt das ein gemeinsamer Pacman-Befehl:

sudo pacman -Syu

Das S steht für die Arbeit mit den Paketquellen, y lädt die aktuellen Paketdatenbanken und u aktualisiert die installierten Pakete. Arch ist eine Rolling-Release-Distribution. Neue Paketversionen kommen also fortlaufend und nicht erst mit einer neuen großen Distributionsversion.

Nur pacman -Sy auszuführen und anschließend einzelne Pakete zu installieren, sollte man sich nicht angewöhnen. Besser ist ein vollständiges pacman -Syu, damit Paketdatenbank und installiertes System zusammenpassen.

Programme mit Pacman suchen

Meine erste Frage nach der Installation war natürlich: Gibt es meine Programme überhaupt? Ich benötige unter anderem Steam, VirtualBox, Joplin, OnlyOffice und Citrix Workspace.

Mit pacman -Ss durchsuche ich die eingerichteten Paketquellen nach einem Namen oder Begriff:

pacman -Ss steam
pacman -Ss virtualbox
pacman -Ss joplin

Die Ausgabe enthält den Namen, die Version, die Paketquelle und eine kurze Beschreibung. Weil die Trefferliste manchmal ziemlich lang wird, kann ich sie mit less besser durchsehen:

pacman -Ss office | less

Ein Paket installieren

Habe ich den richtigen Paketnamen gefunden, erfolgt die Installation mit:

sudo pacman -S paketname

Für Firefox sähe das beispielsweise so aus:

sudo pacman -S firefox

Pacman zeigt vorher an, welche zusätzlichen Abhängigkeiten installiert werden und wie groß der Download wird. Diese Rückfrage lese ich mir gerade als Einsteiger lieber einmal zu viel als einmal zu wenig durch.

Ist ein Programm bereits installiert?

Mit pacman -Qs durchsuche ich nicht die Online-Paketquellen, sondern die bereits installierten Pakete:

pacman -Qs firefox

Weitere Informationen über ein verfügbares Paket liefert:

pacman -Si firefox

Bei einem bereits installierten Paket wird aus dem großen S ein Q:

pacman -Qi firefox

Programme wieder entfernen

Ein Paket lässt sich mit pacman -R entfernen. Möchte ich zusätzlich nicht mehr benötigte Abhängigkeiten und die zugehörigen Konfigurationsdateien loswerden, verwende ich:

sudo pacman -Rns paketname

Auch hier schaue ich vor der Bestätigung genau auf die Paketliste. Gerade ein zusätzliches -c kann deutlich mehr entfernen als ursprünglich geplant und gehört für mich nicht in einen Einsteigerbefehl.

Und wenn Pacman nichts findet?

Dann bedeutet das nicht automatisch, dass ein Programm unter Garuda nicht funktioniert. Es kann beispielsweise als Flatpak, AppImage oder über das Arch User Repository, kurz AUR, angeboten werden. Das AUR enthält von Nutzern erstellte Bauanleitungen und ist nicht mit den offiziellen Arch-Paketquellen gleichzusetzen. Bevor ich dort etwas installiere, möchte ich deshalb erst verstehen, was gebaut und ausgeführt wird.

Für meinen Einstieg reicht zunächst diese kleine Pacman-Grundausstattung. Die Befehle sehen anders aus als bei APT, das Prinzip dahinter bleibt aber vertraut: aktualisieren, suchen, Paketinformationen ansehen, installieren und bei Bedarf wieder entfernen.

Interner Link: An dieser Stelle passt eine Verlinkung zu meinem Themenbereich über Linux-Desktops und den Wechsel zwischen verschiedenen Distributionen.

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