FRITZ! stellt neue Laborversionen 8.40 für mehrere FRITZ!Box-Modelle bereit, darunter 7690, 7590 AX, 7590, 6690 Cable und 6670 Cable. Die Version dient als Vorschau auf FRITZ!OS 8.50 und enthält unter anderem Verbesserungen für VPN, Mesh, lokale Adressen und NAS-Freigaben.
Zu den auffälligsten Neuerungen zählen automatische Priorisierung für Videotelefonie, erweiterte Smart-Home-Routinen, zusätzliche Notfallkontakte für FRITZ!Fon und mehr Warnhinweise bei Portfreigaben. Da es sich um eine Betaversion handelt, weist FRITZ! auch auf mögliche WLAN-Probleme und die Notwendigkeit einer Sicherung hin.
Das aktuelle FRITZ! Labor ist nicht mehr ganz so neu, diese gibt es seit Mai 2026, dennoch wollte ich darüber schreiben. Dennn aktuell ist auf meiner Fritzbox 7590 die Version 8.25. Nachdem zunächst die FRITZ!Box 7590 AX den Anfang gemacht hatte, stehen die Testversionen vom 10. Juli 2026 nun auch für weitere DSL- und Kabelmodelle bereit.
Mit dabei sind die FRITZ!Box 7690, 7590 AX und 7590 sowie die FRITZ!Box 6690 Cable und 6670 Cable. Das Labor trägt zwar die Versionsnummer 8.40, dient laut FRITZ! aber bereits als Vorschau auf das kommende FRITZ!OS 8.50. Ein wenig verwirrend, aber bei den Laborversionen ist die sichtbare Versionsnummer nicht immer identisch mit der späteren fertigen Ausgabe.
Diese FRITZ!Boxen sind aktuell dabei
Die aktuellen Laborversionen wurden alle am 10. Juli 2026 veröffentlicht. Für die einzelnen Modelle werden folgende Versionsstände angeboten:
FRITZ!Box 7690: FRITZ!OS 8.40-134483
FRITZ!Box 7590 AX: FRITZ!OS 8.40-134416
FRITZ!Box 7590: FRITZ!OS 8.40-134468
FRITZ!Box 6690 Cable: FRITZ!OS 8.40-134421
FRITZ!Box 6670 Cable: FRITZ!OS 8.40-134422
Eine kleine Unstimmigkeit gibt es auf der offiziellen Webseite allerdings. In der allgemeinen Laborübersicht wird derzeit eine FRITZ!Box 6790 genannt. Auf der eigentlichen Downloadseite steht dagegen die FRITZ!Box 6670 Cable, für die auch eine konkrete Laborversion bereitliegt. Deskmodder nennt ebenfalls die 6670 Cable. Vermutlich handelt es sich bei der 6790 schlichtweg um einen Fehler in der Übersicht.
Über frühere Entdeckungen aus dem FRITZ! Labor hatte ich hier bereits geschrieben. Dieses Mal stecken aber ein paar Funktionen drin, die im Alltag tatsächlich interessant werden könnten.
Automatische Priorisierung für Videotelefonie
Eine der spannendsten Neuerungen ist eine automatische Priorisierung von zeitkritischen Internetverbindungen. Die FRITZ!Box soll beispielsweise erkennen, wenn gerade eine Videokonferenz läuft, und diese Verbindung entsprechend bevorzugen.
Bisher musste man Geräte oder Anwendungen teilweise von Hand priorisieren. Mit der neuen Funktion soll das automatisch passieren. In der Benutzeroberfläche lässt sich anschließend sehen, ob die Priorisierung aktiv war. Die Information bleibt laut FRITZ! bis zu 24 Stunden auf der Detailseite sichtbar.
Zum Start funktioniert das allerdings nur mit der FRITZ!Box 7690. Weitere Modelle sollen in den kommenden Wochen folgen.
Neues bei Smart Home und Telefonie
Auch beim Smart Home wird etwas geschraubt. Die Steckdosen FRITZ!Smart Energy 200 und 210 können künftig automatisch abgeschaltet werden, wenn eine vorher festgelegte Leistung für eine bestimmte Zeit überschritten wird.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein angeschlossenes Gerät plötzlich deutlich mehr Strom zieht als gewöhnlich. Ob das in jedem Fall zuverlässig genug für empfindliche Geräte ist, wird sich zeigen müssen. Es handelt sich schließlich noch um eine Laborversion.
Zusätzlich können Smart-Home-Routinen jetzt mehrere Auslöser erhalten. Eine Routine lässt sich damit durch unterschiedliche Geräte oder Bedingungen starten, statt nur auf einen einzigen Auslöser zu reagieren.
Beim FRITZ!Fon gibt es ebenfalls Neues. Bis zu vier Notfallkontakte lassen sich für einen SOS-Ruf hinterlegen. Diese werden im Ernstfall automatisch nacheinander angerufen. Dauer und Wiederholung der Anrufsequenz können eingestellt werden.
Die Softkeys des FRITZ!Fons lassen sich außerdem als Schnellwahltasten verwenden. Dort kann entweder eine Rufnummer oder eine bestimmte Funktion hinterlegt werden. Gerade für ältere oder eingeschränkte Nutzer ist das vermutlich eine der sinnvolleren Änderungen dieses Laborzweigs.
WireGuard, Mesh und lokale Adressen
Bei WireGuard verbessert FRITZ! die manuelle Einrichtung. Darüber können nun auch VPN-Verbindungen für die Einwahl einzelner Benutzer angelegt werden. Wer sich für das Thema interessiert, findet hier meinen älteren Beitrag zur WireGuard-Unterstützung in FRITZ!OS.
Auch beim Mesh wird die Einrichtung etwas einfacher. Ein oder mehrere FRITZ!-Produkte lassen sich künftig direkt über die Benutzeroberfläche für Mesh aktivieren. Der zusätzliche Tastendruck an der FRITZ!Box soll dabei entfallen.
Bei der lokalen Namensauflösung unterstützt FRITZ!OS nun zusätzliche Adressen wie fritzbox.local, gateway.local, router.local und repeater.local. Gleichzeitig wird die Endung fritz.box standardmäßig nicht mehr per DHCP an die Geräte im Heimnetz verteilt.
Das dürfte vor allem für Leute mit Heimservern interessant sein. Wer dort gerade Probleme mit internen Domains hat, sollte allerdings auch einen Blick auf den DNS-Rebind-Schutz der FRITZ!Box werfen. Das ist eine andere Baustelle, sieht im ersten Moment aber gerne einmal wie ein DNS-Fehler aus.
Mehr Freigaben und Warnungen bei offenen Ports
Die maximal mögliche Anzahl an Freigaben im Bereich FRITZ!NAS wird von bisher 20 auf 250 erhöht. Das ist ein ziemlich großer Sprung und dürfte vor allem dann auffallen, wenn die FRITZ!Box als einfacher Netzwerkspeicher verwendet wird.
Überarbeitet wurden außerdem die Warnmeldungen beim Einrichten möglicherweise gefährlicher Portfreigaben. Das finde ich grundsätzlich sinnvoll. Offene Ports sind schnell eingerichtet, werden danach aber gerne vergessen. Wie unangenehm eine falsche Freigabe werden kann, hatte ich in meinem Beitrag über meinen Fehler bei der FRITZ!Box-Firewall beschrieben.
Labor bleibt Labor
So interessant einige Neuerungen auch sind: FRITZ!OS 8.40 ist weiterhin eine Betaversion. Ich würde sie nicht einfach auf einer FRITZ!Box installieren, auf die im Homeoffice oder bei der Telefonie wirklich Verlass sein muss.
FRITZ! weist aktuell unter anderem auf mögliche WLAN-Instabilitäten bei MLO-Geräten hin. Als vorläufige Lösung soll die Einstellung für eine erhöhte Kompatibilität mit älteren WLAN-Geräten aktiviert werden. Das kann natürlich wiederum Auswirkungen auf andere WLAN-Funktionen haben.
Vor der Installation sollte deshalb unbedingt eine Sicherung der FRITZ!Box-Einstellungen erstellt werden. Das heruntergeladene ZIP-Archiv muss außerdem zunächst entpackt werden. Installiert wird anschließend die darin enthaltene Image-Datei und nicht das ZIP-Archiv selbst.
Zurück zur offiziellen FRITZ!OS-Version kommt ihr über „System“, „Update“ und „FRITZ!OS-Version“. Dort erscheint bei installierter Laborversion die Möglichkeit „Zurück zum offiziellen FRITZ!OS“. Die vorher angelegte Sicherungsdatei sollte man trotzdem aufheben. Sicher ist sicher.
Quellen
Neues und Verbesserungen im FRITZ! Labor – FRITZ!
https://fritz.com/pages/fritz-labor-neues-und-verbesserungen
FRITZ! Labor – Frisch aus der Entwicklung – FRITZ!
https://fritz.com/pages/fritz-labor-frisch-aus-der-entwicklung
FRITZ! Labor 8.40 Zusatzinformationen – FRITZ!
https://fritz.com/pages/fritz-labor-8-40-zusatzinformationen
FRITZ! Labor – Bekannte Probleme – FRITZ!
https://fritz.com/pages/fritz-labor-bekannte-probleme
Neues FRITZ! Labor startet: Mehr Komfort und Sicherheit zuhause – FRITZ! Unternehmen
https://about.fritz.com/presse/presseinformationen/2026/05/neues-fritz-labor-startet-mehr-komfort-und-sicherheit-zuhause
FRITZ!Box 7590, 7690, 6670 und 6690 neu dabei für das FRITZ!OS 8.40 – Deskmodder
https://www.deskmodder.de/blog/2026/07/10/fritzbox-7590-7690-6670-und-6690-neu-dabei-fuer-das-fritzos-8-40-und-fritzbox-7590-ax/
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