Ventoy: Warum sich der Multiboot-USB-Stick wirklich lohnt

Wer öfter Linux testet, Windows neu installiert oder einen Rettungsstick dabeihaben will, spart mit Ventoy erstaunlich viel Zeit. Als ich hier schon einmal über Linux auf dem Medion Akoya S2218 geschrieben habe, war das noch die klassische Nummer: ein Image auf den Stick, wieder löschen, neu schreiben, nochmal warten.

Was ist Ventoy überhaupt?

Ventoy ist ein kostenloses Open-Source-Tool, das zuerst einen Bootmanager auf deinen USB-Stick bringt. Danach kopierst du ISO-, WIM-, IMG-, VHD(x)- oder EFI-Dateien einfach wie normale Dateien auf den Datenträger. Beim Start zeigt dir Ventoy dann ein Menü, aus dem du das gewünschte System auswählst. Genau das macht den Unterschied: Du “brennst” nicht jedes Image neu auf den Stick, sondern legst mehrere Systeme parallel ab. Heise und ComputerBase beschreiben genau diesen Workflow als den großen Vorteil des Tools.

Die echten Vorteile im Alltag

Der größte Pluspunkt ist für mich die Flexibilität. Du willst heute Ubuntu testen, morgen ein Windows-Setup starten und übermorgen noch ein Notfall-System dabeihaben? Dann schiebst du die Images einfach auf denselben Stick. Heise weist darauf hin, dass du vorhandene Abbilder jederzeit löschen, ergänzen oder gegen neue Versionen austauschen kannst, ohne den Stick jedes Mal komplett neu vorzubereiten. ComputerBase ergänzt, dass Ventoy UEFI und Legacy-BIOS unterstützt und inzwischen viele hundert ISO-Dateien beherrscht; 2024 war dort sogar von mehr als 1.200 unterstützten ISOs die Rede. (heise online)

Gerade für Einsteiger ist das Gold wert. Du kannst dir zum Beispiel einen Stick mit Linux Mint, Debian und einem Windows-Installer bauen und in Ruhe ausprobieren, was auf deinem Rechner am besten läuft. Wenn du danach tiefer einsteigen willst, passt mein Beitrag mit einfachen Tipps für Linux-Einsteiger gut dazu. Und falls du erst einmal schauen willst, was sich bei Mint zuletzt getan hat, ist auch mein Artikel zu Linux Mint 22.3 ein sinnvoller nächster Schritt.

Warum Ventoy oft praktischer ist als ein klassischer Boot-Stick

Normale Tools wie Rufus oder balenaEtcher sind schnell und gut, wenn du genau ein Image auf einen Stick schreiben willst. Ventoy spielt seine Stärke aus, sobald mehrere Systeme ins Spiel kommen. Stadt-Bremerhaven hat den Unterschied schön auf den Punkt gebracht: Während ähnliche Tools oft nur ein ISO pro Stick sinnvoll abbilden, kann Ventoy mehrere ISOs gleichzeitig verwalten. ComputerBase nennt Rufus zwar eine starke Alternative, betont aber ebenfalls, dass Rufus keinen echten Multi-Boot-Betrieb bietet. Genau deshalb ist Ventoy so praktisch, wenn du für Freunde, Familie oder deinen eigenen Bastel-PC mehrere Werkzeuge griffbereit halten willst. (Stadt Bremerhaven)

Ganz ohne Haken ist es aber nicht

Ein Punkt gehört fairerweise dazu: Ventoy kann zwar mit aktiviertem Secure Boot starten, validiert laut ComputerBase aber die Signaturen der eingebundenen Image-Dateien nicht. Der Komfort ist also hoch, aber du solltest ISO-Dateien trotzdem nur aus vertrauenswürdigen Quellen laden und ihre Prüfsummen kontrollieren. Für einen einzigen, schnell erstellten Installationsstick ist ein klassisches Tool manchmal etwas geradliniger. Sobald du aber regelmäßig verschiedene Systeme booten willst, kippt der Vorteil klar in Richtung Ventoy. (ComputerBase)

Fazit: Ventoy gehört auf jeden USB-Stick von Bastlern

Ventoy ist so ein Werkzeug, das man einmal einrichtet und danach nicht mehr missen möchte. Statt dauernd USB-Sticks neu zu beschreiben, sammelst du deine wichtigsten Systeme einfach an einem Ort. Für Linux-Fans, Helfer im Familienkreis und alle, die gern testen, reparieren oder installieren, ist das ein spürbarer Komfortgewinn. Und wenn dein System danach läuft und du direkt weitermachen willst, findest du in meinem Guide Docker und Docker-Compose installieren und starten gleich das nächste praktische Open-Source-Projekt für den Einstieg. (dasnetzundich.de)

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