Lesedauer 3 Minuten
0
(0)

Das Einfrieren des Desktops unter Linux Mint kann eine besonders frustrierende Erfahrung sein, vor allem, wenn du mitten in einer wichtigen Aufgabe bist. Dieses Problem kann sich dadurch äußern, dass keine Programme mehr geöffnet werden können und selbst ein Neustart über das Menü unmöglich wird. Fehlermeldungen wie „failed to get available addr cam“ und „failed to init addr cam“ können darauf hindeuten, dass es ein Problem mit der Interaktion zwischen dem BIOS deines Lenovo oder HP Computers und der PCI-Verwaltung von Linux Mint gibt. Glücklicherweise gibt es eine Lösung, die in vielen Fällen Abhilfe schaffen kann.

Schritt-für-Schritt Anleitung zur Behebung des Problems:

Schritt 1: Öffnen eines Terminals

Da der Desktop eingefroren ist und du möglicherweise keine Programme über die grafische Oberfläche öffnen kannst, wirst du einen Weg finden müssen, auf ein Terminal zuzugreifen. Dies kannst du tun, indem du Strg + Alt + F1 drückst. Dadurch gelangst du zu einer Konsolensitzung, in der du dich mit deinem Benutzernamen und Passwort anmelden kannst.

Schritt 2: Erstellen der Konfigurationsdatei

Sobald du im Terminal angemeldet bist, musst du eine neue Konfigurationsdatei im Verzeichnis /etc/modprobe.d/ erstellen. Dieses Verzeichnis enthält Konfigurationsdateien für Modultreiber. Du kannst die Datei mit folgendem Befehl erstellen:

sudo nano /etc/modprobe.d/50-rtw89.conf

nano ist ein einfacher Texteditor, der in den meisten Linux-Distributionen enthalten ist. Wenn du mit einem anderen Editor vertrauter bist, wie z.B. vim oder gedit, kannst du diesen natürlich auch verwenden.

Schritt 3: Bearbeiten der Konfigurationsdatei

In der neu erstellten Datei 50-rtw89.conf musst du folgende Zeilen hinzufügen:

options rtw89pci disable_aspm_l1=y
options rtw89_pci disable_aspm_l1=y

Diese Zeilen sind Konfigurationsoptionen für den rtw89pci Treiber, der für die WLAN-Verbindung verwendet wird. Das Hinzufügen dieser Optionen kann dazu beitragen, Probleme mit der Energieverwaltung zu beheben, die das Einfrieren des Systems verursachen könnten.

Schritt 4: Erweiterte Fehlerbehebung

Wenn die bisherigen Schritte das Problem nicht beheben, kannst du zusätzliche Optionen in die Konfigurationsdatei aufnehmen, um die Energieverwaltung weiter zu reduzieren. Füge dazu folgende erweiterte Optionen hinzu:

options rtw89pci disable_aspm_l1=y disable_aspm_l1ss=y disable_clkreq=y
options rtw89_pci disable_aspm_l1=y disable_aspm_l1ss=y disable_clkreq=y

Du hast absolut recht, und das ist ein wichtiger Schritt, den ich in meiner ursprünglichen Anleitung nicht erwähnt habe. Nachdem du die Konfigurationsdatei geändert hast, ist es oft notwendig, das betroffene Modul neu zu laden, um sicherzustellen, dass die Änderungen übernommen werden. Dies kann erreicht werden, indem das Modul mit modprobe -r entfernt und dann mit modprobe ohne die Option -r erneut geladen wird. In diesem spezifischen Fall geht es um das rtw89_pci Modul, welches für bestimmte Netzwerkkomponenten zuständig ist.

Schritt 5: Modul neu laden

Nachdem du die Konfigurationsdatei /etc/modprobe.d/50-rtw89.conf mit den benötigten Optionen aktualisiert hast, solltest du das betroffene Modul neu laden. Dies stellt sicher, dass deine Änderungen wirksam werden. Du kannst das Modul rtw89_pci mit folgenden Befehlen neu laden:

sudo modprobe -r rtw89_pci && sudo modprobe rtw89_pci

Der Befehl sudo modprobe -r rtw89_pci entfernt das rtw89_pci Modul, und der Befehl sudo modprobe rtw89_pci lädt es anschließend wieder. Wenn es mehrere Module gibt, die von den Änderungen betroffen sind, musst du diesen Schritt für jedes einzelne Modul wiederholen.

Schritt 7: Überprüfung

Nachdem du das Modul neu geladen hast, ist es eine gute Idee, das System zu überwachen, um sicherzustellen, dass die Änderungen das Problem behoben haben. Du kannst auch überprüfen, ob das Modul mit den neuen Optionen geladen wurde, indem du folgenden Befehl eingibst:

dmesg | grep rtw89

Dieser Befehl zeigt die Kernel-Nachrichten im Zusammenhang mit dem rtw89 Modul an. Du solltest nach Einträgen suchen, die bestätigen, dass die neuen Optionen angewendet wurden.

Schritt 5: Änderungen übernehmen und Neustart

Nachdem du die erforderlichen Änderungen vorgenommen hast, speichere die Datei und schließe den Editor. Um die Änderungen wirksam zu machen, solltest du deinen Computer neu starten. Dies kannst du tun, indem du folgenden Befehl eingibst:

sudo reboot

Dein System wird nun neu gestartet, und mit etwas Glück wird das Problem des eingefrorenen Desktops behoben sein.

Fazit

Das Einfrieren des Desktops unter Linux Mint kann durch eine Reihe von Faktoren verursacht werden, oft liegt es jedoch an Problemen mit der Hardware-Kompatibilität und Energieverwaltung. Die hier vorgestellte Lösung adressiert spezifisch Probleme, die durch die Interaktion zwischen dem BIOS von Lenovo oder HP Computern und der PCI-Verwaltung von Linux entstehen können. Es ist immer eine gute Idee, nach solchen Eingriffen das Systemverhalten genau zu beobachten, um sicherzustellen, dass die vorgenommenen Änderungen das Problem effektiv gelöst haben und keine neuen Probleme verursachen.

Quelle für den möglichen Fix ist bei Github zu finden.

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

lars

By lars

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert