Überarbeitet am 9. September 2026.
Als ich diesen Artikel 2022 geschrieben habe, wollte ich vor allem eins: Meine RSS-Feeds auf iPhone und Windows synchron halten. Damals landete ich bei Feedly. Das funktioniert grundsätzlich noch immer, aber heute würde ich die Auswahl etwas breiter sehen – vor allem, weil ich inzwischen ohnehin eine eigene Nextcloud betreibe.
Wichtig ist nicht der Reader, sondern die Synchronisation
Ein RSS-Reader kann lokal wunderbar funktionieren. Sobald aber Smartphone, Tablet und Rechner ins Spiel kommen, möchte ich gelesene Artikel, Favoriten, Ordner und Abos überall auf demselben Stand haben.
Dafür braucht es einen zentralen Dienst. Drei Wege finde ich 2026 sinnvoll:
- Feedly: schnell eingerichtet, kein eigener Server nötig.
- Nextcloud News: ideal, wenn ohnehin eine eigene Nextcloud vorhanden ist.
- FreshRSS: eigenständiger, sehr flexibler Selfhosting-RSS-Server.
Variante 1: Feedly – unkompliziert ohne eigenen Server
Feedly war damals meine Lösung und ist weiterhin der einfachste Einstieg. Konto anlegen, Feeds hinzufügen und anschließend auf mehreren Geräten mit demselben Konto anmelden.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Man muss sich weder um Server, Cronjobs noch Updates kümmern. Der Nachteil ist genauso klar: Die Feedliste und der Lesestatus liegen bei einem externen Dienst.
Für jemanden, der einfach nur RSS lesen möchte, ist das völlig legitim. Wer ohnehin Selfhosting betreibt, hat aber interessantere Möglichkeiten.
Variante 2: Nextcloud News – meine naheliegende Selfhosting-Lösung
Die Nextcloud-News-App speichert Abos, Ordner, gelesene Artikel und Favoriten zentral in der eigenen Nextcloud. Über die News-API können verschiedene Apps auf denselben Bestand zugreifen.
Die Nextcloud-Dokumentation empfiehlt aktuell unter anderem:
- Android: Nextcloud News Reader
- Windows, Linux und macOS: RSS Guard
- iOS/macOS: Fiery Feeds oder Nextnews
- Terminal: Newsboat
Damit kann ich beispielsweise auf dem iPhone einen Artikel lesen und sehe ihn später am Linux-PC ebenfalls als gelesen.
Die komplette Einrichtung von Nextcloud News habe ich inzwischen separat aktualisiert: Nextcloud News 2026: RSS-Feeds synchronisieren und passende Clients nutzen.
Variante 3: FreshRSS – wenn RSS ein eigenes System sein soll
FreshRSS ist ein eigenständiger, selbst hostbarer RSS-Aggregator. Das Projekt wird aktiv gepflegt und bietet APIs für externe Clients, mehrere Benutzer, Tags, OPML-Import und sogar Web-Scraping für Seiten ohne klassischen Feed.
Das ist interessant, wenn man RSS bewusst unabhängig von Nextcloud betreiben möchte oder mehrere Nutzer versorgen will.
FreshRSS ist mächtiger als eine reine Reader-App, bedeutet aber natürlich auch einen weiteren Dienst, den man aktualisieren und sichern muss.
OPML nicht vergessen
Egal welche Lösung du nutzt: Eine OPML-Datei ist für RSS fast so etwas wie ein kleines Backup der Aboliste. Viele Dienste können Feeds als OPML exportieren und später wieder importieren.
Damit ist ein Wechsel von Feedly zu Nextcloud News oder FreshRSS wesentlich entspannter, weil nicht jede Quelle einzeln neu eingetragen werden muss.
Was würde ich heute nehmen?
Für mich wäre es inzwischen Nextcloud News, weil die Infrastruktur sowieso vorhanden ist und ich damit nicht noch einen weiteren externen Account brauche. Wer keine eigene Cloud betreibt, ist mit Feedly schneller am Ziel. Wer RSS als eigenständigen Selfhosting-Dienst betreiben möchte, sollte FreshRSS ansehen.
Interessant ist das Thema gerade wieder für mich, weil ich mich aktuell intensiver mit RSS und automatisch erzeugten Feeds beschäftige. RSS ist alt – aber erstaunlich schwer kaputtzukriegen.
Fazit
Der alte Gedanke des Artikels stimmt noch: Ein guter RSS-Workflow sollte Geräte übergreifen. Nur muss man dafür 2026 nicht mehr auf eine einzige App setzen. Man kann zwischen bequemem Cloud-Dienst und komplettem Selfhosting wählen – und den Reader pro Betriebssystem frei aussuchen.
Quellen: Nextcloud News: Clients und FreshRSS.
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