Überarbeitet am 8. September 2026.
Der Brother MFC-J4625DW ist inzwischen kein neues Gerät mehr, aber genau deshalb wollte ich diese Anleitung nicht einfach löschen. Brother bietet für das Modell auch 2026 noch offizielle Linux-Downloads für DEB- und RPM-Systeme an. Die alte Anleitung war allerdings mit vielen Paketnamen, 32-Bit-Resten und manuellen Schritten ziemlich unübersichtlich geworden.
Ich konzentriere mich hier deshalb auf Debian- und Ubuntu-basierte Systeme. Für Arch Linux beziehungsweise Garuda stellt Brother auf der offiziellen Downloadseite keine eigenen Arch-Pakete bereit.
1. Erst prüfen, ob Linux den Drucker schon erkennt
Bevor ich zusätzliche Treiber installiere, würde ich den Drucker zunächst über USB oder Netzwerk verbinden und prüfen, ob CUPS ihn bereits automatisch findet. Bei manchen Distributionen funktioniert Drucken heute direkt über vorhandene Treiber beziehungsweise treiberlose Druckverfahren.
Wenn Drucken funktioniert, der Scanner aber fehlt, muss nicht zwangsläufig das komplette Brother-Paket neu installiert werden.
2. Offizielle Brother-Downloadseite verwenden
Brother führt für den MFC-J4625DW weiterhin Linux (deb) und Linux (rpm) als Betriebssysteme. Für Debian, Ubuntu, Linux Mint und ähnliche Systeme ist die DEB-Variante normalerweise die passende Wahl.
Am bequemsten ist das von Brother angebotene Driver Install Tool. Laut Brother installiert es LPR-, CUPS-Wrapper- und bei Multifunktionsgeräten auch Scanner-Treiber. Das Tool wurde für dieses Modell zuletzt im September 2025 aktualisiert.
Download: Brother Support für den MFC-J4625DW.
3. Driver Install Tool ausführen
Nach dem Download liegt normalerweise eine komprimierte Datei im Download-Ordner. Der genaue Dateiname kann sich mit neuen Versionen ändern. Deshalb verwende ich hier bewusst Platzhalter statt einer fest verdrahteten Versionsnummer.
cd ~/Downloads
gunzip linux-brprinter-installer-*.gz
chmod +x linux-brprinter-installer-*
sudo ./linux-brprinter-installer-* MFC-J4625DW
Die Rückfragen des Installers hängen davon ab, ob der Drucker per USB oder Netzwerk verbunden ist. Bei einem Netzwerkdrucker sollte die IP-Adresse des Geräts bekannt sein beziehungsweise möglichst fest vergeben werden.
4. Prüfen, ob CUPS den Drucker kennt
lpstat -p -d
Wenn der Drucker dort auftaucht, würde ich direkt eine Testseite drucken. Bei Problemen lohnt sich zusätzlich ein Blick in die CUPS-Weboberfläche unter http://localhost:631, sofern sie auf dem System aktiviert ist.
5. Scanner prüfen
Brother bietet für dieses Modell weiterhin einen 64-Bit-DEB-Scannertreiber an. Die aktuelle Supportseite führt dafür brscan4-basierte Pakete.
Nach der Installation kann man zuerst prüfen, ob SANE das Gerät findet:
scanimage -L
Wenn dort ein Scanner erscheint, sollten Programme wie Document Scanner beziehungsweise Simple Scan oder gscan2pdf ebenfalls darauf zugreifen können.
6. Netzwerk-Scanner manuell eintragen
Wird der Drucker über das Netzwerk gefunden, der Scanner aber nicht, kann bei brscan4-Geräten ein manueller Eintrag helfen:
sudo brsaneconfig4 -a name=MFC-J4625DW model=MFC-J4625DW ip=192.168.1.50
Die IP-Adresse musst du natürlich durch die Adresse deines Druckers ersetzen. Danach erneut testen:
scanimage -L
7. Scan-Key-Funktion ist ein eigenes Paket
Wer direkt am Brother-Gerät die Taste „Scan to PC“ verwenden möchte, benötigt zusätzlich das Scan-Key-Tool. Interessanterweise stellt Brother dafür auch 2026 noch aktualisierte Linux-Pakete bereit. Für reines Scannen aus einer Linux-Anwendung ist dieses Zusatzpaket nicht zwingend nötig.
Und unter Arch Linux oder Garuda?
Brother selbst bietet für dieses Modell offiziell DEB- und RPM-Pakete an, aber keine nativen Arch-Pakete. Unter Arch/Garuda würde ich deshalb zuerst prüfen, ob Drucken über CUPS beziehungsweise treiberlos funktioniert. Für Herstellertreiber gibt es teilweise Community-/AUR-Pakete, deren Aktualität aber separat geprüft werden sollte.
Mein Fazit
Der MFC-J4625DW ist alt, aber unter Linux keineswegs unbrauchbar. Dass Brother selbst 2026 noch das Driver Install Tool, Scanner-Pakete und sogar ein aktualisiertes Scan-Key-Tool anbietet, ist für so ein älteres Multifunktionsgerät ziemlich angenehm. Ich würde heute nur nicht mehr jedes einzelne Paket manuell zusammensuchen, sondern zuerst den offiziellen Installer verwenden und danach gezielt den Scanner prüfen.
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