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In den letzten Jahren hat Qualcomm jedes Jahr im Dezember eine Veranstaltung auf Hawaii abgehalten, um seine neuesten Flaggschiff-Chipsätze für Mobiltelefone vorzustellen. Dieses Jahr war es nicht anders, denn das Unternehmen nutzte die Gelegenheit, um den Snapdragon 8 Gen 1 zu enthüllen. Das stimmt, das zweite Jahr in Folge rückt Qualcomm von dem fortlaufenden Nummerierungsschema ab, das seine Prozessoren seit Jahren definiert hat. So wie der Snapdragon 865 dem 888 wich, wird das Unternehmen nun den 888 durch den Gen 1 ersetzen.

Das System-on-a-Chip enthält Qualcomms eigenes X65 5G-Modem. Das Unternehmen gibt an, dass es zu theoretischen Download-Geschwindigkeiten von 10 Gbps fähig ist. Das ist eine dieser Spezifikationen, die auf dem Papier beeindruckend sind, aber in der realen Welt nicht viel bedeuten werden, da einige der schnellsten 5G-Netzwerke unter idealen Bedingungen nicht mehr als 4 Gbps liefern können. Wenn Sie Zugang zu einem WiFi 6- oder 6E-Router haben, kann das Gen 1 Download-Geschwindigkeiten von 3,6 Gbit/s über WiFi erreichen.

Wie schon bei seinen früheren Flaggschiff-Chipsätzen hat Qualcomm auch bei der Kamera erhebliche Anstrengungen unternommen, um sie zu verbessern. Das Gen 1 verfügt über einen 18-Bit-Bildsignalprozessor. Dies ist eine Premiere für das Unternehmen und ermöglicht es der Komponente, 4.000 Mal mehr Daten zu verarbeiten als der 14-Bit-Spectra ISP des Snapdragon 888. Außerdem können Telefone mit dem Gen 1 Fotos mit 3,2 Gigapixeln pro Sekunde aufnehmen. In der Praxis bedeutet das, dass der Gen 1 laut Qualcomm die Daten von drei 36-Megapixel-Kameras gleichzeitig und ohne Auslöseverzögerung verarbeiten kann.

Als weiteres Novum für ein mobiles Gerät kann der Chipsatz nach Angaben des Unternehmens 8K-HDR-Filmmaterial mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Auch das ist nicht die praktischste Funktion für ein Handy im Jahr 2021, da 4K für die meisten Inhalte das obere Ende darstellt. Dafür unterstützt das Gen 1 UHD-Aufnahmen mit 120 Bildern pro Sekunde und kann Zeitlupenaufnahmen mit 960 Bildern pro Sekunde bei 720p aufzeichnen. Unabhängig vom Spectra ISP verfügt die Gen 1 über einen ständig aktiven Bildsignalprozessor, der die Kamera mit sehr wenig Batteriestrom versorgen kann. Dank dieser Funktion können mit der Gen 1 ausgestattete Geräte eine permanente Gesichtserkennung für die biometrische Authentifizierung bieten.

Die Gen 1 wird keine wesentlich verbesserte CPU-Leistung bieten als der Snapdragon 888 Plus. Was er jedoch verspricht, ist eine schnellere Leistung bei KI-bezogenen Aufgaben. Dies ist der neuen KI-Engine der siebten Generation von Qualcomm zu verdanken, die nach Angaben des Unternehmens dank mehr gemeinsam genutztem Speicher und einem schnelleren Tensor-Beschleuniger bis zu viermal schneller ist als ihr Vorgänger. Die Spieleleistung ist ein weiteres Highlight des Gen 1. Laut Qualcomm bietet die neueste Adreno GPU eine um 30 Prozent schnellere Rendering-Leistung und verbraucht dabei 25 Prozent weniger Strom. Im Bereich Audio unterstützt das Gen 1 den kürzlich angekündigten verlustfreien Bluetooth-Codec aptX von Qualcomm. Er kann Audio-Streaming in CD-Qualität mit 16 Bit und 44,1 kHz über eine drahtlose Verbindung ermöglichen.

Abgerundet wird die Funktionsliste des Gen 1 durch eine spezielle Trust Management Engine. Der Gen 1 ist der erste mobile Chipsatz, der Googles Android Ready SE-Standard von Haus aus unterstützt, was bedeutet, dass er Dinge wie digitale Autoschlüssel und IDs speichern kann.

Mit seiner Mischung aus Leistungsverbesserungen und neuen Funktionen bietet der Snapdragon 8 Gen 1 einen faszinierenden Ausblick auf die nächste Generation von Android-Flaggschiffen. Jetzt müssen wir abwarten, welche Funktionen die Hersteller in ihre neuesten Geräte integrieren werden. Die ersten mit dem Gen 1 ausgestatteten Telefone werden noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, weitere werden voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2022 folgen.

Unabhängig davon kündigte Qualcomm eine Partnerschaft mit Google an, um die Neural Architecture Search-Plattform des Unternehmens in sein Produktportfolio aufzunehmen. Die Technologie, die zuerst auf dem Snapdragon 8 Gen 1 verfügbar sein wird, ermöglicht es Unternehmen, KI-Modelle automatisch statt manuell zu erstellen und zu optimieren. Laut Google optimieren NAS KI-Modelle in Wochen statt Monaten.

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Von Lars Müller

Blogger und Fachangestellter für Bäderbetriebe. Fliege in meiner Freizeit mit einer Drohne umher. Absolut interessiert in Sachen Linux, Windows, Serverhosting.

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