Überarbeitet am 8. September 2026.
Dieser Artikel war ursprünglich eine Mischung aus Plesk-, Nextcloud- und Collabora-Konfigurationen. Das war irgendwann kaum noch wartbar: Nextcloud hat seine Nginx-Regeln mehrfach angepasst und Collabora verwendet heute andere Pfade als früher. Deshalb trenne ich die Themen inzwischen sauber.
Hier geht es nur noch darum, Nextcloud unter Plesk Obsidian mit Nginx und PHP-FPM sinnvoll zu betreiben. Für Office gibt es eine eigene aktuelle Anleitung: Nextcloud Office mit Collabora einrichten.
1. Nginx in Plesk aktivieren
Bei einer aktuellen Plesk-Installation ist Nginx normalerweise bereits vorhanden. Prüfen kannst du das unter Tools & Einstellungen → Service-Verwaltung. Dort sollte der Reverse-Proxy-Service Nginx laufen.
Falls Nginx als PHP-Handler nicht angeboten wird, prüfe außerdem unter Tools & Einstellungen → Updates → Komponenten hinzufügen/entfernen → Webhosting, ob der Nginx-Webserver installiert ist.
2. Apache für diese Domain wirklich umgehen?
Plesk arbeitet standardmäßig mit Nginx vor Apache. Eine einzelne Domain kann aber auch nur über Nginx ausgeliefert werden.
Dazu gehst du bei der Nextcloud-Domain auf:
Websites & Domains → Einstellungen für Apache & Nginx
und deaktivierst im Nginx-Bereich den Proxymodus.
Wichtig: Bei nginx-only steht für PHP nur ein von Nginx bedienter PHP-FPM-Handler zur Verfügung. In den PHP-Einstellungen der Domain muss deshalb ein passender FPM-Handler, bedient von Nginx, ausgewählt sein.
3. Nicht meine alte Nginx-Konfiguration kopieren
Im alten Artikel stand eine komplette Nextcloud-Konfiguration aus einer längst vergangenen Version. Darin waren Pfade und Regeln enthalten, die heute nicht mehr dem offiziellen Beispiel entsprechen.
Nextcloud veröffentlicht eine gepflegte Referenzkonfiguration für Nginx. Diese sollte immer Ausgangspunkt sein:
Nextcloud Administration Manual: NGINX configuration
Plesk generiert allerdings selbst den Server-Block der Domain. Deshalb würde ich nicht einfach den kompletten offiziellen server { ... }-Block in „Zusätzliche Nginx-Anweisungen“ kopieren. Stattdessen müssen die für die eigene Installation nötigen Direktiven in die von Plesk erzeugte Struktur integriert werden.
4. .well-known für CalDAV und CardDAV
Ein Klassiker in der Nextcloud-Adminübersicht sind Warnungen zu CalDAV/CardDAV. Bei einer Installation direkt unter der Domain verweist die aktuelle Nextcloud-Dokumentation unter anderem auf folgende Weiterleitungen am vorgeschalteten Nginx:
location = /.well-known/carddav {
return 301 $scheme://$host/remote.php/dav;
}
location = /.well-known/caldav {
return 301 $scheme://$host/remote.php/dav;
}
Weitere /.well-known-Pfade sollten nicht pauschal blockiert werden. Die aktuelle Nextcloud-Nginx-Doku enthält dafür die jeweils passende Regel.
5. Client-IP bei Reverse Proxies richtig behandeln
Falls vor Nextcloud noch ein weiterer Reverse Proxy, Load Balancer oder Container-Proxy sitzt, müssen trusted_proxies und gegebenenfalls forwarded_for_headers in der config.php korrekt gesetzt sein.
Das ist nicht nur Kosmetik: Erkennt Nextcloud alle Besucher als dieselbe Proxy-IP, kann die eingebaute Brute-Force-Erkennung plötzlich völlig normale Nutzer drosseln. Umgekehrt darf Nextcloud auch nicht beliebige vom Client gelieferte Forwarded-Header vertrauen, weil sich sonst IP-Adressen fälschen lassen.
Die aktuelle Dokumentation dazu: Nextcloud: Reverse proxy.
6. Nach Änderungen testen
Nach Anpassungen kontrolliere ich mindestens:
nginx -t
und anschließend die Nextcloud-Adminübersicht unter Verwaltung → Übersicht. Zusätzlich sollte man Anmeldung, Datei-Upload, WebDAV sowie Kalender- und Kontakte-Synchronisation testen.
Wenn Nginx selbst mit Unit nginx.service is masked nicht startet, habe ich dafür ebenfalls eine eigene aktuelle Anleitung: Nginx „Unit is masked“ beheben.
7. Nextcloud-Härtung nicht vergessen
Der Webserver ist nur ein Teil des Setups. HTTPS, Updates, 2FA, Brute-Force-Schutz, Backups und eine korrekte Proxy-Konfiguration gehören ebenfalls dazu. Mehr dazu in Nextcloud richtig absichern.
Fazit
Plesk und Nextcloud funktionieren auch 2026 gut zusammen, wenn man Plesk seine Webserver-Konfiguration verwalten lässt und die Nextcloud-spezifischen Regeln gezielt ergänzt. Was ich heute vermeiden würde: eine jahrealte komplette Nginx-Konfiguration aus einem Blogbeitrag blind in Plesk einzufügen.
Quellen: Plesk Obsidian: Apache- und Nginx-Einstellungen, Nextcloud: NGINX configuration und Nextcloud: Reverse proxy.
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